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Fahrbericht

BMW M8 Gran Coupé: Vier Türen, aber eher nichts für die Familie

Markenzeichen vier Endrohre: die doch eher sportliche Limousine von BMW namens M8 Gran Coupé.
Markenzeichen vier Endrohre: die doch eher sportliche Limousine von BMW namens M8 Gran Coupé.(c) Stalzer
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Das BMW M8 Gran Coupé – mit Competition-Paket – als rollender Superlativ im Wandel der Zeit.

Das Konzept des „Halo-Car“ ist unter Druck. Wie politisch korrekt ist es, ein in allen Eckdaten schwer zu fassendes Fahrzeug als Alpha-Tier am obersten Ende der Modellpalette zu installieren? Muss man seine täglichen Wege mit 625 PS bestreiten? Gewiss nicht. Den entwicklungsfördernden Aspekt der technischen Leistung darf man allerdings auch nicht von der Hand weisen. Wenn immer nur für die Pflicht, aber nie für die Kür Platz und Budget vorhanden sind – was wäre der Stand des Autos heute? Die schiere Kraft des M8 Gran Coupé weiß nachhaltig zu beeindrucken. In den 1980er-Jahren war ein Porsche Turbo mit rund 300 PS als Witwenmacher verschrien. Heute dirigiert man mehr als das doppelte an Motorleistung (genau: 625 PS) im Spitzen-BMW mit unaufgeregter Selbstverständlichkeit. Das soll allerdings nicht den Schein von Langeweile am Steuer des bayrischen Kraftmeiers wecken.

„Ja toll, und wo willst du dieses Auto ausfahren?“ Hört man oft. Abseits der Rennstrecke natürlich nicht einmal ansatzweise. Wozu also das Ganze? Aus Begeisterung fürs technisch Machbare, aktuellste Version. Es ist beeindruckend, welche Urgewalten den bei allen sportlichen Ambitionen gediegenen Wagen vorwärts reißen (in 3,2 Sekunden aus dem Stand auf 100, zum Beispiel). Beeindruckend, mit welcher Präzision die fünf Meter lange, viertürige M8-Variante durch kurviges Geläuf pfeilt. Wie viel Sicherheit und Vertrauen das im Alltag doch resch gefederte Fahrwerk und die wunderbar exakte Lenkung vermitteln. Das M8 Gran Coupé ist trotz athletischer Fähigkeiten keine knorrige Machbarkeitsstudie. Wo sich andere M-Modelle zur Zeit schwertun, ihre Identität zwischen Alltagstauglichkeit und Performance-Anspruch zu finden, trifft das M8 Gran Coupé die goldene Mitte. Dank kleinteiliger Konfigurierbarkeit aller Fahrwerks- und Antriebskomponenten von zart bis hart wird das Auto dem aktuellen Fahrprofil gerecht. Auch der verschärfte Sturz der Vorderachse und die straffer an die Karosserie angebundene Hinterachse des Competition-Pakets machen im Alltag keine Umstände. Hier fühlt man sich wohl, hier möchte man gern länger bleiben. Na gut, auf der Rückbank vielleicht nicht. Kaum familientauglich auch der Preis - beruhigend: ab 189.500 Euro. (sta)

Compliance-Hinweis: Testfahrzeuge wurden von den Herstellern kostenfrei zur Verfügung gestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2020)