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Festsaal im Schloss in Gnesau/Kärnten aus der Zeit Maria Theresias.
Luxusobjekte

Wie viel Schloss bekommt man um 1,5 Millionen Euro?

Saniert oder Bastlerhit, mit Park oder Türmchen – und vor allem wo?

Die Frage „Was kostet ein Haus?“ ist ähnlich sinnvoll zu beantworten wie ihre Schwestern „Was kostet ein Auto?“ und „Was kostet ein Urlaub?“ Noch spannender wird es bei der Frage, wie viel man für ein Schloss berappen muss – auch hier lautet die Antwort: „Es kommt darauf an.“ Denn ein generalsaniertes Barockschloss mit passender Parkanlage, eine Autostunde von einer Landeshauptstadt entfernt, erzielt deutlich andere Preise als eine mittelalterliche Wehranlage mit viel Luft nach oben beim Renovieren. Dabei reicht die Preisspanne vom symbolischen einen Euro für ein Anwesen, das einen investitionsfreudigen Neubesitzer sucht, bis zum deutlich zweistelligen Millionenbereich, wenn alle Sternparkette und Seidentapeten original erhalten und sorgfältig wieder aufgearbeitet wurden. Sinnvoller ist die Frage, wie viel Schloss man wo um welche Summe bekommt.

Wir haben uns angeschaut, in welchen Lagen man wie viele Türme, Rittersäle, Vorfahren und Zimmer um 1,5 Millionen Euro erstehen kann. Innerhalb der eigenen Grenzen gibt es dafür beispielsweise ein Schloss in Kärnten. Genauer gesagt in Gnesau, wo ein 1754 unter Maria Theresia erbautes Schloss auf neue Besitzer wartet.

Mit Klosterkirche

Das dreigeschoßige Schloss, das einst unter anderem als Kloster diente und noch immer an die alte Klosterkirche angrenzt, steht rund 100 Meter erhöht am Fuß der Nockberge und hat entsprechend gute Aussichten. Im Erdgeschoß und im ersten Stock befinden sich vier Eigentumswohnungen inklusive zeitgemäßer Küchen, Sanitäranlagen und Fußbodenheizung.

Ein üppiger Park umrahmt diese Schlossanlage in Ungarn.
Ein üppiger Park umrahmt diese Schlossanlage in Ungarn.(c) AS Immobilien Südburgenland

Eine Solaranlage sorgt für die Basiswärme, die bei Bedarf mit Etagenheizungen ergänzt wird; außerdem gibt es ein modernes Lüftungssystem. Sollte diese Wohnfläche mit insgesamt 16 Zimmern und sieben Bädern nicht ausreichen, kann der 200 Quadratmeter große Dachboden mit Gaupen ausgebaut werden – entsprechende Vorbesprechungen mit dem Denkmalamt und erste Installationen hat es bereits gegeben.

Historisch interessierte Gemüter dürfte der Keller entzücken, wo ein Rittersaal mit Gewölbedecken die Atmosphäre von vor 260 Jahren lebendig werden lässt. Vermittelt wird das Schloss mit seinem gut 3500-Quadratmeter-Grund und 570 Quadratmetern Wohnfläche über Best-Place-Immobilien in Klagenfurt.

Mit Türmchen

Bei den deutschen Nachbarn bekommt man in Thüringen um knapp 1,5 Millionen – genauer, 1,49 Millionen Euro – ein paar Zimmer und Bäume mehr. Hier steht die Burg Könitz zum Verkauf, die mit knapp 1800 Quadratmetern Wohnfläche und einem fast 20.000 Quadratmeter großen Park platzmäßig in einer anderen Liga spielt und auch einige Türme mehr aufzuweisen hat. Allerdings sind bisher nur vier bis fünf Wohnungen renoviert und aktuell vermietet, der Rest der Anlage ist renovierungsbedürftig – was bei Burgen gemeinhin ein größeres Unterfangen ist. Dafür bietet sie aber auch mehr Möglichkeiten: So kann das Anwesen, das sich mit seinem Hauptwohngebäude, diversen Nebengebäuden samt Bergfried und Ringmauer fünfeckig um einen Hof gruppiert, sowohl gastronomisch als auch touristisch genutzt werden. Außerdem eignet sie sich als medizinische Einrichtung oder einfach als prächtiger Privatwohnsitz samt Ballsaal.

Die Burg Könitz in Thüringen wurde nach einem Brand wieder hergerichtet.
Die Burg Könitz in Thüringen wurde nach einem Brand wieder hergerichtet.(c) Bamberger Immobilien

Erstmals Erwähnung fand die Burg 1125, wahrscheinlich wurde sie aber schon früher errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde sie zu einem Renaissance-Schloss umgebaut, brannte aber 1951 nieder. Heute finden sich in einzelnen Gebäuden noch Renaissance-Türme und Stiegenhäuser sowie das entsprechende Dach; im Erdgeschoß gibt es noch mehrere spätgotische Gewölbe. Vermittelt wird die Anlage, die im Grünen in der Nähe einiger Stauseen liegt, über Bamberger-Immobilien in Salzburg.

Mit Park und Palmenhaus

In Ungarn lässt sich mit einem Investment von 1,5 Millionen Euro neben einem Schloss noch ein üppiger Schlosspark samt Mammutbäumen, weiteren botanischen Raritäten und einem Fluss erwerben. Im 1,5 Fahrstunden von Wien gelegenen Répceszentgyörgy steht ein 1790 im spätbarocken Stil erbautes Anwesen zum Verkauf, das in den vergangenen Jahrhunderten seine Vielseitigkeit bereits unter Beweis stellte: Ende des 19. Jahrhunderts wurde es im eklektischen Stil umgebaut, zwischen 1905 und 1945 diente es als Sommerresidenz des Bischofs von Steinamanger, später wurde es in Teilen zu einer Schule umgebaut und entsprechend genutzt.

Auf dem sieben Hektar großen Grund stehen noch der Schlossstall und ein Palmenhaus, das während der Schuljahre als Sporthalle genutzt wurde, sowie ein Verwaltungs- und zwei Nebengebäude. Der Wohnraum umfasst rund 1100 Quadratmeter, die sich auf 27 Zimmer und derzeit lediglich drei Bäder verteilen. Was sich aber im Zuge einer Renovierung – ohne die das Anwesen nicht genutzt werden kann – leicht ändern lässt. Vermittelt wird die Anlage über AS-Immobilien Südburgenland.

Mittelalterliche Burganlage im italienischen Langhirano-Lesignano.
Mittelalterliche Burganlage im italienischen Langhirano-Lesignano.(c) E&V Parma

Mit Moderne und Mittelalter

Wer um eineinhalb Millionen gern das Wohngefühl einer mittelalterlichen Burganlage genießen möchte, ohne sich dabei um eine Renovierung kümmern zu müssen, könnte im italienischen Langhirano-Lesignano fündig werden. Hier steht an der Anlage eines mittelalterlichen Hofs eine komplett eigenständige Villa aus dem 13. Jahrhundert, die einst den Mitgliedern der Adelsfamilien als Wohnsitz gedient hat. In den vergangenen Jahren ist sie aufwendig mit viel Fingerspitzengefühl für die historische Substanz hergerichtet worden und strahlt inzwischen wieder noble Eleganz aus.

Das Haus und die direkt angrenzende Burganlage thronen auf einem Hügel über der Stadt und bieten große Ausblicke über die Emilia-Romagna. Ein beengtes Lebensgefühl muss man also weder in dem einen noch dem anderen Bauwerk befürchten. Zur Villa gehört ein privater Park mit 1800 Quadratmetern, im Inneren verteilt sich eine stilvoll designte 740-Quadratmeter-Wohnfläche auf sieben Zimmer und vier Bäder, außerdem gibt es noch Räume für das Personal. Vermittelt wird das Anwesen über Engel & Völkers Parma, bei einem Preis von 1,45 Millionen Euro geht sich sogar noch eine größere Einweihungsparty aus. (sma)

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