Klima

Ökowende: Industrie will ihr Geld zurück

Die Voestalpine ist für ein Zehntel der österreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Die Voestalpine ist für ein Zehntel der österreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich.(c) www.bigshot.at / Wolfgang Simlinger
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Österreichs Industrie möchte kein Klimasünder mehr sein. Ideen für eine CO2-freie Produktion gibt es genug. Die Frage, wer dafür zahlt, sorgt aber für Streit.

Wien. 2018 war ein überraschend erfreuliches Jahr für die heimische Klimabilanz. Obwohl die österreichische Wirtschaft wuchs, emittierte das Land um 3,2 Prozent weniger Treibhausgase als im Jahr zuvor. Weniger erfreulich war der Grund dafür: Der Linzer Stahlkocher Voestalpine musste einen seiner Hochöfen zwecks Wartung für einige Zeit abschalten – und sorgte damit quasi im Alleingang für das Minus bei den Emissionen. Der Industriebetrieb ist aktuell für zehn Prozent der heimischen Treibhausgase verantwortlich. Ähnliche Schwergewichte in der CO2-Bilanz finden sich sonst nur in der Papier- oder Zementindustrie.

Doch die energieintensive Industrie will das ändern. Von der Voest über den Zementfabrikanten Lafarge bis zur OMV haben sie alle Projekte in der Schublade, die den Umstieg auf eine CO2-freie Produktion ermöglichen sollen. Die Voestalpine will etwa bis 2030 drei ihrer fünf Hochöfen durch Elektroöfen ersetzen und später Stahl mit grünem Wasserstoff produzieren. OMV, Verbund, Lafarge und Borealis arbeiten daran, Kohlendioxid aus der Zementproduktion in Kunststoff zu verwandeln. Die Umsetzung all dieser Ideen kostet Milliarden. Geld, das die Firmen allein nicht aufbringen wollen und können. Hilfe winkt von der EU, die über den Green Deal großzügige Förderungen verspricht. Aber um diese Gelder anzuzapfen, müssen immer auch die jeweiligen Heimatländer mitzahlen. Und hier fangen die Probleme an.

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