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Lehrgang

Beraten - wie das auch während des Lockdowns gelingt

Sigmund Freud Privatuniversität
Sigmund Freud PrivatuniversitätDie Presse
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Die Sigmund Freud Privatuniversität bietet einen neuen Zertifikatslehrgang für an, der Menschen in beratenden Berufen fit für die Online-Beratung und -Betreuung macht.

Mit Dienstag startet Österreich also in den zweiten Lockdown – mit weit reichenden Konsequenzen. Auch für beratende Berufe etwa in den Bereichen Psychologie, Psychotherapie, Medizin, Unternehmensberatung und Jus. Deshalb startet die Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) den neuen Universitätslehrgang „online@work – Digitales Beraten richtig gemacht“. Zielsetzung ist die kompetente Umstellung von Praxen, Kanzleien, Ordinationen etc. in das Online-Setting.

Für Berufstätige bedeutet ein Lockdown enorme Einschränkungen, sagt Christiane Eichenberg, Professorin an der SFU und inhaltliche Leiterin des Universitätslehrgangs. Speziell aber für Personen in beratenden Positionen ergab sich eine besondere Problemstellung: Ein Gutteil ihrer Wertschöpfung beruht auf direktem Kontakt mit Klienten. Der Umstieg in den virtuellen Raum war vielen Menschen in dieser Ausnahmesituation nicht möglich und über Nacht mussten unzählige Praxen, Kanzleien, Ordinationen etc. gänzlich geschlossen werden.

Jedoch konnten auch diejenigen, die den Schritt Richtung Digitalisierung wagten schnell erkennen, dass Online-Tools nur auf den ersten Blick ein unproblematischer Ersatz für das persönliche Gespräch sind.

Online-Beratung räumt manche Barriere aus

Klienten während des Lockdowns online zu betreuen bringt Unwägbarkeiten mit sich. Aber auch Chancen. So spricht Online-Beratung teils ein anderes Klientel an: Menschen, die einer Risikogruppe angehören oder aus anderen Gründen Angst haben, die eigenen vier Wände zu verlassen. Zudem bringe Online-Beratung und –Betreuung eine höhere Flexibilität – zeitlich wie räumlich und zwar für die Beratenden wie für die Klienten, so Eichenberg.

Die Psychotherapeuten erhoben einige Zahlen. Deren Berufsverband zufolge gaben 77 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie die Möglichkeit von Videobehandlungen nutzen – 95 Prozent davon erst seit Beginn der Krise. Die Befragten, die Video einsetzten, versorgten auf diesem Wege im Durchschnitt 40 Prozent ihrer Patienten. In 15 Prozent dieser Praxen werden sogar 90 bis 100 Prozent der Patient per Video behandelt. 57 Prozent der Befragten können sich vorstellen, auch nach der Coronapandemie Videositzungen anzubieten.

Österreich, sagt Eichenberg, hinke im internationlen Vergleich nach wenn es um Beraten und Behandeln im Online-Setting gehe. Umso mehr sieht sie digitale Beratung als Krisenstrategie für freie Berufe.

Gerade Professionen, in denen Beratung und die Besprechung komplexer Inhalte eine zentrale Rolle spielt, sind von Einschränkungen bei persönlichen Meetings besonders betroffen.

Abneigung gegen Online-Tools beseitigen

„Man könnte in diesen Bereichen fast von einer „IT- Phobie“ sprechen“, sagt auch Monika Spiegel, Leiterin des Instituts für Psyche und Wirtschaft an der SFU: „Es geht nun darum gemeinsam daran zu arbeiten die Abneigung gegen die Verwendung von Online-Tools zu beseitigen und Beratende darin zu schulen einerseits rechtlich abgesichert zu sein, andererseits eine kompetente, sowie menschliche Beratung auch in diesem Setting möglich zu machen.“ 

Angesichts der steigenden Nachfrage durch freie Berufe wie Mediziner, Psychologen und Psychotherapeuten, aber auch Juristen, wurde an der Weiterbildungsakademie der SFU der Universitätslehrgang für Onlineberatung ins Leben gerufen, der das weite Feld der rechtlichen, technischen, aber auch ethischen Bedingungen von Beziehungsaufbau und Gesprächsführung in der Onlineberatung abdeckt.

Inhalte des Zertifikatslehrgangs „Online Berater*in“, der am 5. November startet  sind u.a. Methoden der Onlineberatung, Technische und rechtliche Rahmenbedingungen, Beziehungsaufbau im Onlineformat, Gesprächsführung in der Onlineberatung: Dos & Don’ts, persönliche Grenzen, professionelles Selbstmarketing und problematische Situationen in der Onlineberatung