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Mitreden beim zweiten Lockdown: Wie geht es jetzt weiter?

Es gebe einen „Zorn der Ohnmacht“, meint Chefredakteur Rainer Nowak, über einen Konflikt „Sicherheit versus Freiheit“ schreibt Innenpolitik-Ressortleiter Oliver Pink. Wie erleben Sie den zweiten Lockdown? Diskutieren Sie mit!

Das sind ja gute Aussichten: „Wir werden noch zwei oder drei Lockdowns brauchen“, sagt etwa Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi im Gespräch mit Köksal Baltaci kurz vor Lockdown Nummer zwei. Ab Dienstag gelten wieder weitreichende Maßnahmen gegen die rasante Ausbreitung von Covid-19. Denn in den Krankenhäusern wird es eng.

„Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak schreibt zur aktuellen Lage: „Auch wenn diese Teilschließung einigermaßen erfolgreich ist, die Covid-19-Zahlen also zurückgehen, können sie wieder emporschnellen. Womit ein dritter Lockdown nicht auszuschließen ist. Stop and go and stop. Das alles sorgt für den Zorn der Ohnmacht“.

Viele fragen sich auch, ob ein zweiter Lockdown nicht doch mit klügeren Maßnahmen zu verhindern gewesen wäre. Die Politik habe in den vergangenen Wochen zumindest nicht zur Eindämmung der Pandemie beigetragen, meint Innenpolitik-Ressortleiter Oliver Pink. „Im Wesentlichen stand hier der alte Konflikt Sicherheit versus Freiheit Pate“, so Pink. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe schon länger auf härtere Maßnahmen gepocht, während die meisten Bundesländer und der Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) diese hinausgezögert hätten. Es habe aber auch an Eigenverantwortung in der Bevölkerung gefehlt.

Weniger Kritik an den Maßnahmen, mehr an der Kommunikationsstrategie der Regierung übt Querschreiberin Anna Goldenberg. Oft habe transparente und sachliche Kommunikation gefehlt. Sie schreibt: „Das bewusste Schüren von Angst im Frühjahr führte letztlich wohl dazu, dass die Motivation der Menschen, sich an Maßnahmen zu halten, abnahm."

Querschreiberin Gudula Walterskirchen verknüpft die Debatte mit einer weiteren hochaktuellen Diskussion, nämlich jene rund um die Sterbehilfe. In ihrer aktuellen Kolumne schreibt sie: „Wir schätzen den Wert von Menschenleben, ihr Überleben, selbst wenn sie krank und alt sind, für so hoch ein, dass wir massive Eingriffe in unser aller Alltagsleben akzeptieren, auf vieles verzichten und uns einschränken (lassen). Gleichzeitig gibt es immer mehr Länder, die das 'Recht' von Alten, Kranken und psychisch beeinträchtigten Menschen verankern, auf Wunsch getötet zu werden.“ Walterskirchen fragt sich: „Welche Menschenleben sind lebenswert und welche nicht?"

Breiter denkt in der Debatte auch Querschreiber Christian Ortner. Der Staat könne als Retter in der Stunde der Not „nicht stark genug sein“. Das gehe mit „Schuldenexzessen“ einher, die „ rundum als völlig irrelevante Größe verstanden“ würden. Grund zur Sorge gibt ihm auch eine Feststellung des liberalen Ökonoms Milton Friedman, wonach nichts dauerhafter sei als „eine zeitlich befristete Regierungsmaßnahme“.

(sk)

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