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Déjà-vu

Was wird in Amerika bleiben von Donald Trump?

Peter Kufner
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Die vier Jahre Trump werden sich nicht einfach rückabwickeln lassen. Auch der Demokrat Joe Biden wird daran Maß nehmen müssen.

Vor vier Jahren, in der Nacht des 8. November 2016, verließ ich die Wahl-Party der US-Botschaft im Wiener Hotel Meridien bald nach Mitternacht, lang bevor erste Wahlergebnisse hereinkamen. Die Wahl von Hillary Clinton schien ohnehin eine ausgemachte Sache zu sein. Erst als ich am nächsten Tag in der Früh die Überraschung hörte, fiel mir auf, dass die Stimmung am Abend zuvor seltsam gespannt und unsicher gewesen war, als ob es eine Vorahnung des Kommenden gegeben hätte.
Auch ich hatte mir Clinton gewünscht, aber aus einem anderen Grund als manche Kollegen, die allen Ernstes meinten, eine Frau als US-Präsident bedeute den Aufbruch zum Siegeszug des Feminismus rund um die Welt. Meine Erwartung war eine andere: Nach den Jahren von Barack Obama, dem die Stärke der USA und ihre weltpolitische Führungsrolle irgendwie peinlich zu sein schienen, werde jemand kommen, der genug Entschlossenheit hat, Amerikas Macht wenn nötig auch einzusetzen. Das traute ich Clinton zu. Dass jemand unter der Größe der USA etwas ganz anderes verstehen könnte, als Führung in einem System des Multilateralismus, hatte ich mir nicht ausgemalt.

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Die allermeisten Teilnehmer von vor vier Jahren werden sich wieder die Wahl des demokratischen Kandidaten Joe Biden wünschen, sie dürften aber in ähnlich nervös-zweifelnder Stimmung ausharren wie damals. Nach allen Erwartungen sollte Biden gewinnen. Aber wie wenig man den Demoskopen trauen kann, hat gerade die Wahl 2016 gezeigt. Zwar haben die Forschungsinstitute ihre Instrumente seither verbessert, aber die Ungewissheit bleibt. Niemand weiß, wie groß die Bekenntnisfreude von Trump-Wählern diesmal war und ob die Meinungsforscher die bessere – sprich: eine repräsentative Auswahl an Befragten als vor vier Jahren getroffen haben.