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Terror in Wien

Serbiens Ex-Innenminister will Wien vor Wahhabismus gewarnt haben

Serbia's Prime Minister Designate Brnabic announces government program in Belgrade
Serbiens Parlamentssprecher Ivica Dačić mit der serbischen Premierministerin Ana Brnabić.REUTERS
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Ivica Dačić will in seiner Innenministerzeit mehrmals den Kontakt zu seinen Österreichischen Amtskollegen gesucht haben. Kosovos Präsident Thaçi: „Stehen zu Familien von Opfern in diesem schwierigen Augenblick."

Ivica Dačić, Serbiens Parlamentspräsident hat am Dienstag, am Tag nach dem Terroranschlag in Wien, betont, dass Belgrad bereits vor Jahren, als er zwischen 2008 und 2012 Innenminister war, die österreichischen Behörden darauf aufmerksam gemacht habe, dass Österreich zum Zentrum des Wahhabismus und diverser islamischer Organisationen geworden sei. Er hat in diesem Zusammenhang allerdings namentlich Salzburg genannt.

"Vielleicht hat man uns damals nicht genügend geglaubt. Leider hat sich bestätigt, dass sich alles, worauf wir die USA und Europa im Zusammenhang mit dem islamischen Terrorismus aufmerksam gemacht haben, bewahrheitet", wurde Dačić von der staatlichen Presseagentur Tanjug zitiert. Auch, so Dačić, seien die Terroristen nicht aus dem Osten gekommen, sondern es handle sich um Staatsbürger der Staaten, in denen es zu den Terrorangriffen gekommen war.

Bei dem Attentäter in Wien handelt es sich um einen 20-jährigen Mann, der die österreichische und die nordmazedonische Staatsbürgerschaft hat. Er wurde in Österreich geboren, seine Eltern stammen laut inoffiziellen Polizeiangaben in Skopje aus einem Dorf unweit der nordmazedonischen Stadt Tetovo.

Nordmazedonien verurteilt Terrorangriff

Nordmazedonien hat den Terroranschlag in Wien aufs Schärfste verurteilt. "In Zeiten, in denen wir zusammenstehen und Solidarität zeigen sollten, erreichen uns schockierende Nachrichten aus Wien", schrieb Ministerpräsident Zoran Zaev in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. "Ich verurteile den terroristischen Angriff und jeden Akt der Gewalt", fügte er hinzu. Erst nach Zaevs Erklärung wurde publik, dass der Attentäter nordmazedonische Wurzeln hat.

Kosovos Präsident Hashim Thaçi und Premier Avdullah Hoti haben den Terroranschlag in Wien verurteilt und Unterstützung für die Familien der Opfer bekundet. "Vom Kosovo wird der feige Angriff in Wien verurteilt," sagte Präsident Thaçi laut Medienberichten in Pristina. Auch würde sein Land in diesem schwierigen Augenblick zu den Familien der Opfer, zu den Verletzten und allen Bürgern Österreichs stehen.

"Wir stehen zu unseren österreichischen Bündnispartnern und der Staatengemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus", wurde Premier Hoti vom staatlichen TV-Sender RTK zitiert.

Auch aus vielen anderen Balkanstaaten und Nachbarn Österreichs trafen Soldaritätsbekundungen und Verurteilungen des Terroranschlags ein. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić auf Twitter "Ich bin tief über den schrecklichen Terrorangriff in Wien erschüttert" (...) "Seid überzeugt, liebe Freunde Alexander van der Bellen und Sebastian Kurz, dass Serbien fest zu eurem Land in diesen herausfordernden Zeiten steht."

Die bosnische Außenministerin Bisera Turković auf Twitter. "Wir verfolgen aufmerksam die schockierenden Ereignisse in Wien. Unsere Bürger sind mit allen Österreichern solidarisch, die von diesen schockierenden Terrorakten getroffen wurden."

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis (Twitter) : "'Schreckliche Neuigkeiten aus Wien. (...) Ich verurteile diese grausamen Terrorakte nachdrücklich. Beileid an die Familien und die Opfer. Rumänien ist solidarisch mit Österreich!"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Twitter): "Alle zivilisierten Völker müssen sich zusammenschließen, um die Brutalität des wiederauflebenden islamistischen Terrorismus zu besiegen."

Ungarns Präsident János Áder in einem Beileidsschreiben an Bundespräsident Alexander Van der Bellen: "Unsere Herzen sind beim österreichischen Volk und wir vertrauen darauf, dass die Behörden die Schuldigen bald festnehmen werden", sagte Ader. Das tragische Ereignis fordert eine Stärkung des Engagements der europäischen Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus.

Tschechische Spitzenpolitiker haben die Terrorattacke in Wien am Montagabend ebenfalls verurteilt und ihre Solidarität mit Österreich bekundet. Ministerpräsident Andrej Babiš zeigte sich auf Twitter "erschrocken". "Ich will meine Solidarität allen Menschen in Österreich und meinem Freund Sebastian Kurz zum Ausdruck bringen", schrieb Babis. Vizeministerpräsident und Innenminister Jan Hamáček sprach auf Twitter von "erschreckenden Nachrichten aus Wien".

Die tschechische Polizei sei in Kontakt mit ihren österreichischen Kollegen und habe Maßnahmen an den Grenzübergängen zu Österreich eingeführt, so Hamáček. Sie präzisierte, bereits am Montagabend habe man mit stichartigen Kontrollen begonnen und die Überwachung der wichtigsten jüdischen Gebäude in Tschechien verstärkt.

(APA/Reuters/Agerpress/MTI)