Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Empfehlung

"Run - Hide - Fight": Verhaltensrichtlinien bei einem Angriff

Polizeibeamte stehen am Dienstag, 03. November 2020 am Tatort Schwedenplatz
Polizeibeamte stehen am Dienstag, 03. November 2020 am Tatort SchwedenplatzAPA/HANS PUNZ
  • Drucken

Aus dem Aktionsradius des Täters oder der Täter flüchten oder sich verbarrikadieren, lauten die Ratschläge von deutschen und US-Experten bei einem Anschlag.

Anlässlich des Anschlags in Wien stellt sich die Frage, wie man in einer solchen Ausnahmesituation reagieren soll. "Run - Hide - Fight" lautet die Empfehlung von US-Experten, wo es weit häufiger zu Schießereien oder Amokläufen kommt.

Bis die Exekutive am Ort des Geschehens eintrifft, sollte man sich aktiv um die eigene Sicherheit und jene der anderen kümmern. So wird empfohlen, wenn möglich, die Flucht vor dem oder den Angreifern zu ergreifen. Hilfreich ist dabei, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht und schon beim Betreten eines Lokals oder Theaters Ausschau nach den Notausgängen hält, auch für den Fall eines Feuers. Nicht geraten dazu, wird an soziale Medien zu denken, und die Handykamera für ein Video zu zücken.

Ist eine Flucht nicht möglich und man in einem Gebäude oder Raum eingeschlossen, sollte man Türen versperren und sich verschanzen, um Angreifern den Zutritt unmöglich zu machen. Ist dies nicht möglich und sitzt man in der Falle, bleibt laut US-Experten als letzte Möglichkeit der Versuch, den Schützen zu überwältigen. Dabei sollte man sich mit anderen Opfern absprechen.

Durch das Fenster Kontakt nach außen

Weg aus dem Aktionsradius des Täters oder sich verbarrikadieren - das waren auch vor Jahren nach einem Amoklauf an einer deutschen Schule die beiden Grundempfehlungen von Bernhard Treibenreif, Chef Einheit EKO-Cobra/Direktion für Spezialeinheiten. Die Polizei verständigen, Zeit gewinnen, indem man dem Schützen aus dem Weg geht, oder verbarrikadieren und von dort versuchen, etwa durch das Fenster Kontakt nach außen aufzunehmen, damit die Polizei weiß, wo sich wer befindet. Per Handy sollte man der Exekutive die Situation beschreiben, wodurch etwa eine Evakuierung über Leitern möglich wird.

Und, wenn man sich mit dem Täter in einem Raum befindet? "Das schlimmste wäre, wenn man wie die Maus vor der Schlange erstarrt - Bewegung ist Leben", so Treibenreif. Besser sei es zu laufen und so zu versuchen, dem Amokläufer zu entkommen. Für die Exekutive gilt gerade das Gegenteil: Als taktisches Konzept müsse die Eigensicherung zurückstehen. Es gehe vor allem darum, den Aktionsradius des Täters einzuschränken, falls dieser noch lebt. "Man muss mit allen Mitteln verhindern, dass er weiter agieren kann - auch unter Einsatz des eigenen Lebens."

(APA/Red.)