Ölpreis

Das teure Versprechen der Ölscheichs

2020 sank der Ölpreis um 40 Prozent. Das trifft auch Saudi Aramco hart.
2020 sank der Ölpreis um 40 Prozent. Das trifft auch Saudi Aramco hart.APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
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Mitten in der Krise schüttet Saudi Aramco Milliarden aus. Wie lang kann das gut gehen?

Wien. Es sollte der Börsengang des Jahrhunderts werden. Vor ziemlich genau einem Jahr schickte das Königreich Saudiarabien das lange Zeit wertvollste Unternehmen der Welt, den staatlichen Erdöl-Giganten Saudi Aramco, an die Börse. Doch die internationale Finanzwelt zeigte sich wenig begeistert, mitten im Getöse der grünen Energiewende in einen fossilen Riesen zu investieren. Lokale Geldgeber sprangen ein, gaben 25,6 Milliarden US-Dollar für 1,5 Prozent des Unternehmens und hievten den IPO damit doch auf Platz eins der weltgrößten Börsengänge. Gelockt wurden sie von einem Versprechen, das den Konzern heute teuer zu stehen kommt.

Denn das Management sicherte den zögerlichen Investoren zu, in den ersten fünf Jahren nach dem Börsengang in jedem Fall eine Dividende von 75 Milliarden US-Dollar auszuschütten. Saudi Aramco hält Wort: Trotz Pandemie, Gewinneinbruch und rapide fallenden Ölpreisen hat das Unternehmen auch im dritten Quartal die vereinbarten 18,75 Milliarden Dollar weitergereicht. Um sich das leisten zu können, muss der Konzern aber neue Schulden aufnehmen. Der Gewinn rasselte im dritten Quartal um 45 Prozent nach unten. Der freie Cashflow reicht mit 12,4 Milliarden Dollar nicht aus, um die Gewinnausschüttung zu bezahlen. Saudi Aramco zahlt die versprochene Mega-Dividende auf Pump.

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