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Die Griechen und Römer hatten für alles ihre Götter, auch für das Gerücht. Hier eine Statue der Fama auf der Kuppel der Dresdner Kunstakademie.
Medienkultur

Wo die Gerüchteküche zum Hexenkessel wird

Geiselnahme, Sprengstoff, Attentate in Graz und Salzburg: Die Gerüchte zum Terror gingen weit über die Fakten hinaus. Von den Tücken des Hörensagens wusste schon die Antike, aber das Internet schuf eine neue Dynamik.

„Hast du das schon gehört?“ Am Montagabend in einem Esslokal am Rande der Wiener Innenstadt. Rund hundert Menschen sitzen dort länger als geplant, bis die Polizei sie nach Hause gehen lässt. Hinter versperrten Türen in Sicherheit, vertreiben sie sich die Zeit damit, auf Twitter und Facebook mehr zu erfahren von den schrecklichen Dingen, die sich da draußen abspielen. Man tauscht sich staunend und raunend aus, auch zwischen den Tischen. Um 22.00 Uhr herum lautet der kollektive „Wissensstand“ in etwa wie folgt: acht Tote, unzählige Verletzte. Einer der Attentäter hat sich in die Luft gesprengt. Andere halten Geiseln, im Akakiko in der Mariahilfer Straße. Ein weiterer Anschlag beim Hilton am Stadtpark. Noch einer in Salzburg. Und auch in Graz ist die Polizei in Bereitschaft wegen eines drohenden Attentats . . .