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Interview

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Österreichs Unternehmerinnen lassen sich auch von der aktuellen Krise nicht unterkriegen, sagt Martha Schultz (FiW).(C) Inge Prader
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Martha Schultz, Vizepräsidentin der WKO und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW), über die Vorbildwirkung von Unternehmerinnen.

Sie stellen beim Unternehmerinnen-Award Erfolgsgeschichten vor. Ist jetzt die richtige Zeit dafür?

Martha Schultz, Bundesvorsitzende FiW: Auf jeden Fall, denn gerade jetzt brauchen wir positive Vorbilder, die andere motivieren. Die Coronakrise hat Unternehmerinnen in vielfacher Hinsicht gefordert. Egal ob EPU, Klein- und Mittelbetrieb oder größerer Betrieb: Unternehmerinnen quer durch alle Branchen und Größenklassen haben die massiven Auswirkungen von unterbrochenen Lieferketten, eingebrochener Kaufkraft und anderen Folgen der Einschränkungen gespürt. Aber sie haben angepackt und weitergemacht. Sie haben unter schwierigen Rahmenbedingungen ihr Durchhaltevermögen und ihre Anpassungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und tun das gerade jetzt nach wie vor. Das gehört vor den Vorhang.

Wie geht es mit der Wirtschaft weiter?

Die Pandemie ebbt nicht so schnell ab, wie manche geglaubt haben. Der zweite Lockdown zeigt das leider sehr klar. Bis es einen Impfstoff gibt, werden unsere Unternehmen – je nach Branche – unterschiedliche Entwicklungen sehen. Es wird Schritte nach vorn geben, aber vielleicht auch einen Schritt zurück oder zur Seite. Umso wichtiger ist, dass die Rahmenbedingungen bestmöglich ausgestaltet sind.


Es gab eine Reihe von Hilfen für die Wirtschaft, weitere sind angekündigt. Sind Sie damit zufrieden?

Rund 50 Milliarden Euro sind im internationalen Vergleich eine mehr als beachtliche Summe. Die Hilfsmaßnahmen müssen aber natürlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Das hat im Verlauf der bisherigen Krise auch immer besser funktioniert. Es ist gerade jetzt für die Gastronomie- und Tourismusbetriebe entscheidend, die zugesagten 80 Prozent des November-Umsatzes aus dem Vorjahr rasch und unbürokratisch zu erhalten. Wir brauchen aber auch weitere wirtschaftspolitische Weichenstellungen für Wachstum und Beschäftigung. Die bessere Vermittlung von Arbeitskräften, die Stärkung der regionalen Wirtschaft, die Förderung von E-Commerce und weniger Bürokratie bringen Unternehmerinnen und Wirtschaft weiter.


Wie hat sich Frau in der Wirtschaft (FiW) in der Krise entwickelt?

Unser starkes Netzwerk ist wichtiger denn je. Es gibt den Unternehmerinnen die Möglichkeiten, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu helfen, voneinander zu lernen. Wir vernetzen uns auch in Online-Veranstaltungen bestens und bieten über Webinare digitale Weiterbildung an. Austausch und Vorbilder sind in fordernden Zeiten besonders wichtig. Und deshalb ist auch der Unternehmerinnen-Award ein klares Signal dafür, dass wir uns von der Krise nicht unterkriegen lassen. Er bildet die ganze Stärke und Vielfalt unserer Unternehmerinnen in Österreich ab – von der Start-up-Gründerin über Innovatorinnen und Exporteurinnen bis in den Bereich des sozialen Unternehmertums. Darauf sollten wir auch in fordernden Zeiten stolz sein.

Impressum:

Eine Medienkooperation von „Die Presse“ Verlags-GmbH & Co. KG und Frau in der Wirtschaft (FiW), mit finanzieller Unterstützung von Wiener Städtische Versicherung.