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Den Terror benennen

Fundi. Extremist. Islamist. Jihadist.

Wir ringen um Worte nach dem Anschlag – auch für die Tat, den Täter. Wie reden wir über Attentäter im Namen des Islam? Ein Vergleich der Begriffe, die alle einen Haken haben.

Jihadist

Nach dem Attentat vom 2. November in Wien fiel das Wort in den heimischen Nachrichten besonders oft. Im Gefolge von 9/11 hat der „Jihadismus“ als Bezeichnung für gewalttätige islamistische Strömungen an Fahrt gewonnen. Den Terroristen kann der Ausdruck nur recht sein, weil er ihrem Selbstbild folgt, moderaten Muslimen freilich nicht. Viele argumentieren, damit würde ein grundsätzlich edler religiöser Begriff in den Schmutz gezogen. Tatsächlich kann Jihad grundsätzlich jede Art von Anstrengung, gottgefällig zu leben, bedeuten, auch den inneren Kampf. In nichtarabischen Staaten verstehen normale Gläubige darunter eher den bewaffneten Konflikt mit „Ungläubigen“, in arabischen eher den „Jihad des Herzens“. Trotzdem ist der Begriff berechtigt. Denn in der islamischen Tradition, nicht nur in den Schriften der „klassischen“ Zeit bis zum 14. Jahrhundert, dominiert bei weitem die militärische Bedeutung, und sie beherrscht die Deutungen auch noch heute. Aus dem 11. Jahrhundert stammt auch die traditionelle Unterscheidung zwischen „kleinem“ und „großem“ Dschihad – der große ist der militärische Glaubenskampf.