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Terror in Wien

Österreich soll im Juli zu Munitionskauf informiert worden sein

In eine Einschussstelle wurde eine Rose gesteckt.
In eine Einschussstelle wurde eine Rose gesteckt.(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Laut internem Schreiben des slowakischen Innenministeriums wurden österreichischen Stellen über Europol zum gescheiterten Munitionskauf informiert.

Die österreichischen Behörden waren offenbar seit Juli über den versuchten Munitionskauf des Attentäters von Wien informiert. Das geht aus einem internen Schreiben der im slowakischen Innenministeriums angesiedelten nationalen Kriminalagentur hervor. "Alle damit zusammenhängenden Informationen wurden über die nationale Verbindungsstelle von Europol am 23.7.2020 an die österreichischen Organe übermittelt", heißt es in dem Dokument.

Demnach haben am 21. Juli 2020 zwei Personen - "wahrscheinlich mit arabischem, türkischem oder tschetschenischem Hintergrund" - in Waffengeschäften in Bratislava "Munition des Typs 7,62 x 39 mm für das Sturmgewehr AK 47 (Kalaschnikow)" zu kaufen versucht. Diese Personen verwendeten dabei laut den Unterlagen einen weißen Pkw der Marke BMW mit österreichischem Kennzeichen.

Laut dem Dokument hat die österreichische Verbindungsstelle bei der europäischen Strafverfolgungsbehörde Europol dann die slowakischen Seite am 10. September 2020 darüber informiert, dass die österreichische Polizei bereits einen der beiden Männer identifiziert hatte. "Wahrscheinlich handelt es sich dabei um K. F. (der spätere Wien-Attentäter, Anm.) (...)", heißt es in dem Schreiben. Und: "Der Genannte ist der österreichischen Polizei in Zusammenhang mit Terrorismus bekannt." Auch wird darauf verwiesen, dass der Betroffene im Jahr 2019 nach §278a (Verbrecherorganisation) und §278b (Terroristische Vereinigung) zu 22 Monaten Haft verurteilt worden war.

Bereits Verfahren gegen Radikalisierung

Ebenfalls erwähnt wird in dem Schreiben, dass das beim versuchten Munitionskauf benutzte Auto auf die Mutter eines weiteren 21-jährigen Mannes angemeldet war. Gegen diesen sei wegen dessen Radikalisierung bereits ein Verfahren geführt worden. Bei diesem Mann handelt es sich offenbar um einen derjenigen Männer, für die die Ermittler nach dem Attentat in Wien bei der Staatsanwaltschaft die Festnahme beantragt hatten. Denn Name und Alter des 21-Jährigen sowie die beschriebenen Umstände sind auch in dem entsprechendem Ersuchen um Festnahme und Hausdurchsuchung enthalten.

Die slowakischen Behörden wurden von der österreichischen Seite auch darüber informiert, dass der betroffene Mann mit kosovarischen Wurzeln regelmäßig eine Moschee besucht, er sei "streng gläubig und hat eine positive Einstellung zum Dschihad und zum Islamischen Staat".

(APA)