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Europa League

Rapid erkämpft das glückliche Ende gegen Dundalk

Maximilian Hofmann trifft zum 3:2
Maximilian Hofmann trifft zum 3:2REUTERS
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Die Hütteldorfer gerieten gegen Dundalk früh in Rückstand, siegten nach einem turbulentem Finish aber mit 4:3. Tormannfehler und ein starker Joker Demir prägten die Partie.

Wien. So weit man sich in diesem Jahr an Geisterspiele im Fußball gewöhnt hat, so anders war die Stimmung noch einmal am Donnerstagabend im Allianz Stadion. Rapid bestritt in der Europa League gegen Dundalk das erste Bewerbsspiel nach dem Terroranschlag in Wien, die traurigen Ereignisse wirkten nach. Im Gedenken an die Opfer traten die Hütteldorfer mit Trauerflor an, vor dem Spiel wurde eine Schweigeminute abgehalten. Auch der Block West sprach sein Mitgefühl aus: „In Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Einer für alle, alle für Wien“ war auf dem Transparent vor der leeren Fankurve zu lesen.

Während der ÖFB die Cuppartien unter der Woche mit Verweis auf die bis Donnerstag währende Staatstrauer abgesagt hatte, stand dies angesichts der Uefa-Organisation nicht zur Diskussion. „Ein Nichtantreten wäre nicht möglich gewesen“ erklärte Rapid-Finanzvorstand Christoph Peschek und betonte: „Man kann auch versuchen, mit dem Spiel ein Stück Normalität zu symbolisieren.“

Der Fokus auf die Partie war erschwert, ihre Bedeutung für Rapids weitere Europacup-Planungen aber blieb eindeutig. Gegen den irischen Meister, der über drei Qualifikationsrunden in die Gruppenphase eingezogen war, musste ein Sieg her, um im Rennen um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale zu bleiben.

Reaktionen

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Ich habe schon schönere Tage gehabt. Wir haben es uns selbst extrem schwer gemacht. Nach dem 0:1 haben wir nie Druck aufbauen können, sehr umständlich und langsam gespielt. Zum Glück sind wir mit einem Weitschuss zurückgekommen. Auch in der zweiten Hälfte haben wir nicht das gespielt, was wir können. Es war wichtig, den Dreier einzufahren, aber wir können es besser. Wir haben den Muss-Sieg gemacht, das war das Schönste an diesem Spiel. Wenn wir nicht gewonnen hätten, hätten wir uns wahrscheinlich vom Aufstieg verabschieden können."

Maximilian Hofmann (Rapid-Spieler): "Wir sind genauso gestartet, wie wir es nicht wollten. Nach dem 0:1 waren wir zu hektisch und umständlich. Es war ein Arbeitssieg, wir haben es uns leichter vorgestellt und hätten es uns auch leichter machen können."

Der frühe Fehlstart

Rapid startete denkbar schlecht in das Entscheidungsspiel: Nach einem langen Ball verlor erst Maximilian Hofmann das Kopfballduell, dann rutschte Torhüter Paul Gartler weg und konnte dem Kopfball von Patrick Hoban nichts mehr entgegen setzen (7.). Ohne den erkrankten Marcel Ritzmaier (kein Corona) und Taxiarchis Fountas, der nach seinem Mittelhandbruch frühestens im Bundesliga-Hit gegen Salzburg am Sonntag sein Comeback geben wird, fehlten merklich die Dreh- und Angelpunkte im grün-weißen Spiel. Der Ausgleich war einer Einzelleistung von Dejan Ljubicic zu verdanken, der Rapid-Kapitän nahm sich außerhalb des Strafraums ein Herz – Dundalk-Torhüter Aaron McCarey machte keine gute Figur (22.).

Rapid suchte immer wieder Ercan Kara, der Stürmer arbeitete und versuchte viel, war im Abschluss jedoch glücklos (23., 38.). Unterstützung bekam er zu wenig, denn Thorsten Schick und Kelvin Arase auf den Flügeln blieben blass. Fountas-Ersatz Christoph Knasmüllner fiel vor allem mit vergebenen Chancen auf, gleich zweimal scheiterte er frei stehend aus kurzer Distanz (28., 42.). Dundalk war spielerisch limitiert, aber mit schnörkellosen Kontern gefährlich. Michael Duffy scheiterte mehr an sich selbst, denn an Gartler (28.).

Mario Sonnleitners folgenschweres Foul
Mario Sonnleitners folgenschweres FoulREUTERS

Demir bringt die spielerische Wende

Auch die zweite Hälfte begann für Rapid mit einem Rückschlag. Eine Faustabwehr von Gartler traf die Nase von Barac, für den das Spiel damit vorbei war (54.). Das Glück kam zurück als Hofmann gegen Duffy zu spät kam, dessen Schuss daneben ging und der Elfmeterpfiff ausblieb (60.). Die grün-weißen Angriffe bekamen erst mit der Einwechslung von Yusuf Demir Struktur (72.). Der 17-Jährige hatte zuletzt wegen eines positiven Coronatests gefehlt, stellte sich mit idealer Vorarbeit für Kara vor (75.). Kurz darauf stand Arase goldrichtig, als McCarey eine Schick-Flanke nur kurz abwehrte, und nickte ein (79.).

Der Jubel währte allerdings nur kurz, denn ein patschertes Foul des eingewechselten Mario Sonnleitner bedeutete Strafstoß und das 2:2 durch David McMillan (81.). Rapid ist noch im Aufstiegsrennen, weil Hofmann nach einer Ecke vor McCarey einköpfelte (82.) und Demir seinen starken Auftritt mit einem platzierten Schuss ins lange Eck krönte (90.). So fiel auch der zweite Elfmeter, den erneut McMillan verwandelte, nicht mehr ins Gewicht (96.).

Die ersten drei Punkte lassen Rapid weiter hoffen, in der Tabelle rangiert Österreichs Vizemeister nun hinter Arsenal, das gegen Molde 4:1 gewann, und den Norwegern. Für das Sechzehntelfinale wird es weitere Siege bei Dundalk (26. November) und Arsenal (3. Dezember) sowie insbesondere gegen Molde (10. Dezember) brauchen.

Yusuf Demir krönte seinen starken Kurzauftritt
Yusuf Demir krönte seinen starken KurzauftrittAPA/GEORG HOCHMUTH