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Heizsaison

Kamine und Öfen: Knisternde Wärmespender

Nur mit Kamin möglich: Kleinkachelofen im Wohnzimmer.
Nur mit Kamin möglich: Kleinkachelofen im Wohnzimmer.(c) Kaufmann Keramik
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Vom einfachen Heizgerät bis zum Statussymbol: Die Saison für geschützte Feuerstellen im Haus ist wieder eröffnet. Was man bei der Planung und Einrichtung unbedingt beachten sollte.

Wer sich einen Ofen zulegen möchte, sollte vorab schon klären, was dieser genau leisten soll, rät Christoph Planitzer, Hafnermeister und Geschäftsführer des Unternehmens Feuerkultur: „Möchte man in erster Linie heizen, oder sieht man ihn eher als Einrichtungsstück, als Designelement, vor dem man abends entspannt ein Glas Wein trinken will?“

Für einen effizienten Heizbetrieb eignen sich Kachelöfen und sogenannte Kaminöfen. „Offene Kamine und Ethanolöfen sowie die meisten Gaskaminöfen dienen eher der Dekoration“, erläutert Rauchfangkehrermeister Michael Cesnek. Auch die baulichen Gegebenheiten spielen eine Rolle – vor allem in Wohnungen in Mehrparteienhäusern sind die Möglichkeiten oft begrenzt, wie Peter Kluhs, Innungsmeister der Wiener Hafner, zu bedenken gibt: „In der Bauordnung ist der Notkamin nicht mehr vorgeschrieben, deshalb wird er in neueren Gebäuden oft nicht mehr gebaut. In Altbauten wiederum ist der Querschnitt des Kamins oft nicht ideal.“

"In der Bauordnung ist der Notkamin nicht mehr vorgeschrieben."

Rauchfangkehrermeister Michael Cesnek

Denn vor allem ein offener Kamin mit einer großen Sichtfläche brauche einen entsprechend großflächigen Abgang, für den Kamine im städtischen Bereich oft zu eng seien. Abgeklärt wird das vom Rauchfangkehrer: „Vor dem Kauf ist ein Befund vom öffentlich zugelassenen Rauchfangkehrer einzuholen. Dieser stellt die Betriebsdichtheit, den freien Querschnitt der Abgasanlage sowie die Kompatibilität der Feuerstätte fest“, sagt Cesnek. „Nach Errichtung der Feuerstätte ist durch den öffentlich zugelassenen Rauchfangkehrer eine Endabnahme erforderlich. Im Zuge dieser Überprüfungsarbeiten wird in Wien auch die Verbrennungsluftzuführung für die Feuerstätte überprüft.

Wärmebedarf ermitteln

Wer sein Haus mit einem Kamin heizen, also eine sogenannte Ganzhausheizung möchte, sollte zunächst den Heizwärmebedarf der eigenen vier Wände abklären. Bei großen und entsprechend schweren Öfen kann auch die Statik eine Rolle spielen. Verfügt man in der Wohnung oder im Haus nicht über einen Abzug, möchte aber trotzdem nicht auf das Flammenspiel verzichten, gibt es rauchfreie Lösungen wie Ethanol-, Bio- oder Gaskamine, die mit Flüssigbrennstoff betrieben werden.

"Die meisten Unfälle gibt es durch unsachgemäße Verwendung mit Deko-Ethanol-Öfen, vor allem beim Einfüllen."

Rauchfangkehrermeister Michael Cesnek

Aber Vorsicht ist geboten: „Die meisten Unfälle gibt es durch unsachgemäße Verwendung mit Deko-Ethanol-Öfen, vor allem beim Einfüllen“, warnt Cesnek. „Wird minderwertiger Brennstoff verwendet, kann es außerdem zu Vergiftungen kommen, da Ethanolöfen in der Regel keinen Abzug haben.“

Das Herz des Hafners allerdings schlage für den klassischen Kachelofen, sagt Kluhs. Thomas Schiffert, GF des Österreichischen Kachelofenverbands, erklärt: „Ein Kachelofen strahlt, im Gegensatz zu anderen Systemen, primär Strahlungswärme aus, was als besonders angenehm empfunden wird. Der zweite Unterschied zu anderen Öfen ist die lange, gleichmäßige Wärmeabgabe durch die große Speichermasse.“ Auch bei Umweltkriterien können Kachelöfen mithalten, weiß Schiffert: „Er besitzt von allen Heizsystemen die höchste regionale Wertschöpfung – er wird mit dem erneuerbaren Energieträger Holz beheizt und verbrennt es emissionsarm.“ Ein Grund für die Auszeichnung mit dem Österreichischen Umweltzeichen.

"Ein Kachelofen strahlt, im Gegensatz zu anderen Systemen, primär Strahlungswärme aus, was als besonders angenehm empfunden wird."

Thomas Schiffert, GF des Österreichischen Kachelofenverbands

Übrigens: Viele Arten von Kaminen, beispielsweise Kachelöfen mit Pelletsbetrieb, Gas- und Biokamine, lassen sich automatisieren: sei es die Gartenfeuerstelle, die per Bewegungsmelder oder Handyapp gesteuert wird oder der Kachelofen, der mithilfe eines „Stundenplans“ an den persönlichen Tagesrhythmus angepasst wird.