Währung

Die Türkei kommt nicht aus dem Strudel heraus

Die Inflation liegt in der Türkei bei 12,2 Prozent. Die Wirtschaft ist stark geschwächt.
Die Inflation liegt in der Türkei bei 12,2 Prozent. Die Wirtschaft ist stark geschwächt.APA/AFP/YASIN AKGUL
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Die türkische Lira verliert dramatisch an Wert. Neben der Coronapandemie setzt der Verfall der Währung der türkischen Wirtschaft ebenfalls dramatisch zu. Präsident Erdoğan bittet die Bürger „um etwas Geduld“.

Istanbul. Recep Tayyip Erdoğan weiß, dass etwas falsch läuft. Er erwarte von den Bürgern „noch etwas mehr Geduld, noch etwas mehr Standhaftigkeit und Fleiß“, sagte der türkische Präsident vor einigen Tagen. Besonders der Absturz der Landeswährung Lira, die seit Anfang des Jahres mehr als 30 Prozent gegenüber dem Euro verloren hat, macht den Türken zu schaffen. Ein baldiges Ende des Abwärtstrends ist nicht abzusehen, sagen Experten – und indirekt pflichtete Erdoğan ihnen bei. Mindestens zwei Jahre müssen die Türken nach seinen Worten noch durchhalten: Beim hundertsten Jubiläum der türkischen Republik in drei Jahren würden wichtige Bereiche wie die Wirtschaft „ganz anders“ dastehen als heute, versprach der Präsident.

Die türkische Währungskrise verschärft sich jeden Tag. In dieser Woche durchbrach die Lira erstmals die Schallmauer von zehn Lira zu einem Euro – zu Beginn des Jahres hatte der Kurs noch bei 6,67 Lira zum Euro gelegen, vor fünf Jahren lag er bei drei Lira zu einem Euro. Auch gegenüber dem US-Dollar schmilzt die Lira dahin. Zu Jahresbeginn mussten die Türken noch 5,97 Lira für einen Dollar zahlen – heute sind es über 8,50. „Wo das enden wird, weiß kein Mensch“, sagte der regierungskritische Wirtschaftsexperte Mustafa Sönmez unserer Zeitung. An den Gründen für den Kursverfall werde sich so schnell nichts ändern.

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