Die Alterung der Gesellschaft belastet zwar die Pensions- und Gesundheitssysteme. Aber sie wird gleichzeitig zum Wirtschaftsmotor in vielen Branchen. Der neue Megatrend kann Anleger auf lange Zeit erfreuen.
Wien. Wie alt sind Sie? Laut Geburtsurkunde 70. Und wie alt fühlen Sie sich? Wie 50, 55. Diese Antwort bekommt man immer öfter. Die Gesellschaft wird immer älter, die Älteren werden aber immer jünger. Silver Society, so bezeichnet man den Megatrend, der weltweit immense Umbrüche verursacht und – negativ wie positiv – gravierende Spuren im Wirtschaftsgefüge hinterlässt.
Die Uhr ist weder zu stoppen noch zurückzudrehen: Der demografische Wandel hat längst eingesetzt und wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen. Gründe sind die steigende Lebenserwartung und die geringeren Geburtenraten, vor allem in den reicheren und gebildeteren Teilen der Gesellschaft. Ersteres ist besserer medizinischer Versorgung und mehr sportlicher Betätigung geschuldet. Wobei alle diese Faktoren vorerst vor allem in Industrieländern zum Tragen kommen.
Jeder Sechste über 65 Jahre alt
Den Trend spiegeln die Zahlen der UNO drastisch wider: Derzeit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Europa, Nordamerika und Australien/Ozeanien bei 80 Jahren, in Afrika hingegen nur bei 63 Jahren. Weltweit bedeutet dies eine durchschnittliche Lebenserwartung von 75 Jahren – 1950 lag sie noch bei 48 Jahren. Anders ausgedrückt: Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung lag im Jahr 2010 weltweit bei 7,7 Prozent. Bis 2050 wird er auf 15,6 Prozent steigen.
Somit wird jeder sechste Erdenbewohner zur Jahrhundertmitte über 65 sein. Und während 2015 nur in einem Land, nämlich in Japan, 30 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt waren, so werden UN-Zahlen zufolge 2050 schon 55 Länder diese Altersstruktur aufweisen.