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Im Moment ist die Oper vor allem ein Internetphänomen

Italiens Opernhäuser reagieren: Die Eröffnungspremiere der Mailänder Scala wird heuer zum Konzert-Streaming, andere produzieren fürs Netz.

Die neuerlichen Restriktionen, die in Italien notwendig geworden sind, zwingen nun die Mailänder Scala zur Absage der geplanten Eröffnungspremiere der kommenden Saison. Traditionsgemäß bringt das Haus am Tag des Stadtheiligen Ambrosius, dem 7. Dezember, eine Neuinszenierung heraus. Dominique Meyer hätte seine erste Spielzeit mit Donizettis „Lucia di Lammermoor“ eröffnet. Lisette Oropesa, jüngst die Konstanze in der „Entführung aus dem Serail“ an der Wiener Staatsoper, hätte die Titelpartie an der Seite von Juan Diego Florez gesungen.

Die Proben waren im Gange. Nun kann man für den traditionsreichen Termin leichten Herzens nur noch ein Opernkonzert ankündigen. Riccardo Chailly wird es leiten – und die RAI wird wie gewohnt übertragen.
Häuser der vom Virus besonders geplagten Region Emilia-Romagna haben sich indes zum Verbund zusammengeschlossen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in der Zeit der allgemeinen Theaterschließungen dennoch Oper unters Volk zu bringen.

Den Anfang machte am gestrigen Sonntag Modena, wo Regisseur Stefano Monti unter Einbeziehung des Zuschauerraums eine filmtaugliche Version von Henry Purcells „Dido und Aeneas“ herausgebracht hat, die live gestreamt wurde (heute noch abrufbar unter operastreaming.com).
In der Folge streamen nun weitere Häuser neue Produktionen. Kommenden Sonntag (15.30 Uhr) bietet das Teatro Municipale von Piacenza Georg Friedrich Händels „Aci, Galatea e Polifemo“ unter Luca Guglielmi, inszeniert von Gianmaria Aliverta.

Am 24. November steht eine Aufführung von Verdis Requiem aus Piacenza auf dem Programm dieses virtuellen Opernhauses, am 29. Dezember folgt dann Puccinis „Madame Butterfly“ aus Ferrara. Bis zum Ende der Saison – was auch immer in den verschiedenen Häusern bis dahin vor Publikum möglich sein wird oder nicht – haben noch Ravenna Monteverdis „Orfeo“ (28. Februar), Reggio Emilia Rossinis „Barbier von Sevilla“ (26. März) und Rimini Verdis Rarität „Aroldo“ (16. April) parat. Zwei Tage später beschließt Piacenza die Reihe dann mit Donizettis „La Favorita“.

Die Wiener Staatsoper lässt dieser Tage auf ihrer Streamingplattform einige Höhepunkt der Ära Dominique Meyers Revue passieren – und die geplante Neuinszenierung von Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ weiterprobieren. Premiere soll am 13. Dezember sein. Hoffen wir's . . .