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Infrastrukturreport

Jährlich 16 Milliarden Euro für Klimaschutz notwendig

Die Presse/Clemens Fabry
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Der Staat soll laut einer Manager-Umfrage den Großteil der Klimaschutz-Kosten tragen und für Ausbau der IT-Infrastruktur Schulden machen.

Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, müsste Österreich jedes Jahr knapp 16 Milliarden Euro in den Klimaschutz investieren - das hat eine Modellrechnung für den "Österreichischen Infrastrukturreport 2021" ergeben, der am Montag präsentiert wird. Gleichzeitig wäre durch einen gezielten Ausbau der Infrastruktur eine Produktivitätssteigerung um rund 56,6 Milliarden Euro pro Jahr möglich, wird in dem Report der Initiative Future Business Austria (FBA) vorgerechnet.

Für den Infrastrukturreport (www.infrastrukturreport.at) wurden auch 240 Vorstände und Geschäftsführer von österreichischen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern vom Meinungsforscher Peter Hajek befragt. Als Grundvoraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nannten sie vor allem Bildung (84 Prozent), Digitalisierung (57 Prozent) und eine gute, krisensichere Infrastruktur (56 Prozent). Nach Innovation, Forschung und Entwicklung (45 Prozent) wurde auch eine gute Gesundheitsinfrastruktur (40 Prozent) als ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Österreich genannt. "Damit zeigt sich, dass Gesundheitsinfrastruktur nicht nur ein notwendiger Kostenfaktor, sondern auch ein wettbewerbsrelevanter Investitionsfaktor ist", so Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres zu den Ergebnissen des Reports. "Wir tun gut daran, unsere Gesundheitsinfrastruktur in Österreich zielgerichtet weiterzuentwickeln und nicht am falschen Platz zu sparen."

Fokus auf neue Technologien

Priorität beim Infrastruktur-Ausbau sollten nach Ansicht der befragten Manager vor allem neue Technologien für höhere Energieeffizienz und Klimaschutz sowie die Sicherung gegen Cyber- oder Terrorangriffe haben. Wichtig ist ihnen auch der Ausbau der Hochleistungsstrecken der Bahn sowie des 5G-Mobilfunknetzes. Der Tunnelausbau, die Entwicklung der Donau-Wasserstraße oder der Bau der dritten Piste am Flughafen Wien wurden vergleichsweise selten als Prioritäten angeführt. Mit der österreichischen Straßeninfrastruktur zeigten sich die Befragten in europäischen Vergleich sehr zufrieden, der positive Saldo betrug hier 49 Prozent.

"Unsere Erhebungen zeigen heuer sehr klar, dass die Verbindung von Wettbewerbsfähigkeit, Krisenfestigkeit und Klimaschutz ein wichtiges Anliegen der Entscheidungsträger aus der Wirtschaft sind", sagte FBA-Initiator und Studienherausgeber David Ungar-Klein zur APA. "Hier wird auch dem Staat durchaus mehr Spielraum zugemessen als bisher." Dass der Staat für Investitionen in die digitale Infrastruktur Schulden machen soll, befürworten 41 Prozent der Befragten. Im vergangenen Jahr waren es nur 11 Prozent.

"Der Infrastrukturreport zeigt das gewaltige Potenzial für die Produktivitäts- und Wertschöpfungssteigerung bei Österreichs Unternehmen", sagte Telekommunikationsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) anlässlich der Präsentation des Reports. "Diese Chance müssen wir nützen. Deshalb hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, bis 2030 flächendeckend feste und mobile Gigabitanschlüsse zu haben."

Die Klimaschutzkosten sollte nach Ansicht der Manager vor allem der Staat tragen: Demnach müsste die öffentliche Hand in Österreich jährlich 6,5 Milliarden Euro in Klimaschutzmaßnahmen investieren, 6,1 Milliarden Euro sollten durch PPP-Lösungen (Public-private-Partnership) aufgebracht werden.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) hob in einer Stellungnahme hervor, dass 83 Prozent der befragten Manager eine Förderung des öffentlichen Verkehrs befürworteten, um ihn gegenüber dem Individualverkehr konkurrenzfähiger zu machen. Dem Ausbau der Schieneninfrastruktur stimmen 85 Prozent der Befragten zu und 84 Prozent wollen den Radverkehr im Alltagsverkehr weiter forciert wissen.

 

(APA)