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Sonderpreis:

Henn Group: „Jedes Auto muss gekühlt werden“

Martin Ohneberg hat die Henn Group 2011 übernommen und sie zu einem führenden Anbieter von Schnellkupplungen für Ladeluft- und Kühlwassersysteme und Resonatoren gemacht.(C) Henn IG
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Sonderpreis für besondere Leistungen und nachhaltige Innovationen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, geht an die Henn Group in Dornbirn und ihren Eigentümer Martin Ohneberg.

Egal ob Benziner, Hybrid, Elektro-Fahrzeug – jedes Auto muss gekühlt werden“, betont Martin Ohneberg, seit 2011 Geschäftsführer und Eigentümer der Henn GmbH & Co KG. Das auf Schnellkupplungen für Ladeluft- und Kühlwassersysteme spezialisierte Dornbirner Unternehmen investiert trotz Corona weiter um sein Wachstum voranzutreiben. Und dieses kann sich durchaus sehen lassen: 2010, im Jahr bevor Ohneberg eingestiegen ist, erwirtschaftete das Mutterhaus, die Henn GmbH, einen Umsatz von 17 Millionen Euro. Heute steht man bei rund 70 Millionen Euro, ohne die beiden 2018 zugekauften Unternehmen. Inklusive der beiden lag der Umsatz der aus drei Unternehmen bestehenden Henn Industry Group zuletzt bei rund 100 Millionen Euro.

Wer in Wachstum investiert, braucht Mut, insbesondere wenn er sich in einem Markt bewegt, der eigentlich schon seit 2018 stagniert. 2019 wurden in Summe weltweit um 3,9 Millionen Autos (–4,9%) weniger angemeldet als im Jahr davor. Hauptverantwortlich war der Einbruch im chinesischen Markt, in dem 2019 um 8,9 Prozent weniger PKW zugelassen wurden. Der amerikanisch-chinesische Handelskrieg zeigte Wirkung.

„Wenn die Wirtschaft oder ein Markt stagniert, heißt das längst nicht mehr, dass alle Unternehmen gleich betroffen sind“, meint Ohneberg, dessen Unternehmen Kundenorientierung, Entwicklungs-kompetenz und hervorragende Qualität als die drei wichtigsten Eckpfeiler des eigenen Erfolgs sieht. Kein Wunder, dass auch 2020 die Zeichen auf Wachstum standen, vor allem vor dem Hintergrund eines erfreulich hohen Auftragsstandes. Doch dann kam das Virus und mit ihm die Lockdown-Maßnahmen, die die Weltwirtschaft zum Erstarren brachten.

In der Henn-Zentrale gab es dennoch keinen Grund für Panik. „Nach einem guten ersten Quartal mit einem Umsatzzuwachs von 25 Prozent waren wir eigentlich on track, was unsere Planung betrifft“, erzählt Martin Ohneberg. Im zweiten Quartal gab es eine harte Landung, doch schon das dritte war wieder vom Aufschwung gekennzeichnet. „Das beste Quartal seit Langem, aktuell liegen wir mit Henn allein betrachtet sogar über dem Vorjahr“, sagt Ohneberg. Getragen wurde dieser Aufschwung vor allem von China und den USA, „wo wir wieder stärkeres Wachstum sehen“.

Mit 200 Patenten gehört Henn zu den Innovationstreibern in Österreich, die Schnellkupplungen werden weltweit in nahezu allen OEMs der Automobilindustrie verbaut. Trotz Corona wurden die für heuer geplanten Investitionen – in Summe neun Millionen Euro – nicht zurückgefahren. Investiert wird in die Entwicklung neuer Geschäftsfelder, die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und die Digitalisierung. Apropos E-Auto-Aufschwung: Erst kürzlich hat Henn in Kooperation mit DuPont eine innovative Lösung für Batteriekühlsysteme von Elektrofahrzeugen präsentiert. Gekühlt werden müssen schließlich alle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2020)