Die staatsnahen Betriebe fürchten um den gewünschten Erneuerbaren-Ausbau bis 2030 und fordern mehr Steuergeld für (ihre) Solaranlagen auf der freien Fläche.
Es ist eine ungewöhnliche Allianz, die am heutigen Donnerstag der grünen Klimaschutzministerin Leonore Gewessler gegenübertreten wird: Die Unternehmenschefs der größten staatsnahen Energie- und Infrastrukturunternehmen im Land fordern unisono eine Ausweitung der geplanten Förderungen für Fotovoltaik im Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Auch Anlagen, die auf der freien Fläche gebaut werden, bräuchten mehr Steuergeld, sagen die Chefs von Verbund, Asfinag, die ÖBB, APG, EVN, Post und Wiener Stadtwerken. Ansonsten sei die gewünschte Energiewende in Gefahr.
Das Erneuerbaren Ausbau Gesetz soll regeln, wie Unternehmen und Investoren in den nächsten Jahren mit der Produktion von Ökostrom Geld verdienen können. Übergeordnetes Ziel der Koalition ist es, dass Österreich bis 2030 hundert Prozent seines Strombedarfs mit selbst produzierter sauberer Elektrizität decken kann. Dafür müssen mit 327 Terawattstunden (TWh) gewaltige Mengen an neuen Ökostromkapazitäten zugebaut werden. Die Solarenergie soll mit zusätzlichen elf TWh den Löwenanteil des zusätzlichen Ausbaus stemmen. An diesem Boom wollen auch die Unternehmen in öffentlicher Hand partizipieren und wälzen Pläne, wie sie firmeneigenes Brachland zur Produktion von Solarenergie nutzen könnten. Doch dem Ministerium ist nicht jede Kilowattstunde Sonnenstrom gleich viel wert. PV-Anlagen, die auf Dächern und anderen versiegelten Flächen stehen, erhalten fast ein Drittel mehr Förderungen als auf der grünen Wiese.