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Geostrategie

Russland erhält Marinestützpunkt im Sudan

FILE PHOTO: A man stands opposite the modern port at the harbour in Port Sudan at Red Sea State
Hafenanlagen in Port Sudan (Aufnahme von 2014).REUTERS
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Basis in Port Sudan soll als Logistikzentrum und zur Wartung von Kriegsschiffen dienen. Russland kann damit seinen Einfluss in Afrika, im Arabischen Raum und indirekt im Indischen Ozean ausbauen.

Russland will einen Marinestützpunkt im Sudan eröffnen - das sieht der Entwurf einer Vereinbarung zwischen beiden Ländern vor, wie aus einem am Mittwoch von der russischen Regierung veröffentlichten Dokument hervorgeht. Der Stützpunkt am Roten Meer - einer der wichtigsten Handelsstraßen der Welt - soll demnach der Marine als Logistikzentrum und zur Wartung ihrer Schiffe dienen. Er wird sich in Port Sudan befinden, einer von zwei Hafenstädten an Sudans Rotmeerküste.

Er sei rein defensiver Natur und nicht gegen andere Staaten gerichtet, hieß es. Zudem könne die militärische Präsenz zum Erhalt von Frieden und Stabilität in der Region beitragen. Praktisch und geostrategisch nüchtern gesehen kann Russland damit seinen Einfluss in zumindest großen Teilen Afrikas, im Arabischen Raum sowie indirekt im Indischen Ozean ausbauen. Abgesehen davon ist das Rote Meer als wichtige Schifffahrtsroute über den Suezkanal mit dem Mittelmeer verbunden.

Russland hatte 2019 einen Gipfel mit 10.000 Vertretern aus mehr als 50 Ländern Afrikas veranstaltet. Mit einzelnen Staaten des Kontinents hat das russische Militär bereits Kooperationsverträge. Nach früheren russischen Angaben werden Waffen und Technik geliefert. Russland entsendet immer wieder auch Militärberater in afrikanische Staaten.

Alte Stärke wie zu Sowjetzeiten

Moskau will in Afrika wieder mehr Stärke zeigen, so wie es vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 30 Jahren der Fall gewesen war. Die UdSSR sowie ihre Verbündeten von der DDR bis Kuba hatten im Kalten Krieg zumindest zeitweise und in wechselhafter Folge Einfluss auf viele Länder Afrikas sowie auf dortige marxistische Rebellenbewegungen, von Angola bis Ägypten, von Äthiopien bis Algerien. Es gab sowjetische Militärbasen und/oder Häfen mit Benützungrechten etwa in Äthiopien, Somalia, Mosambik und Guinea.

Sowjetischer Militärberater (Mitte) mit Kämpfern der kommunistischen namibischen Rebellenarmee SWAPO, Ende der 1970er-Jahre.Gemeinfrei

Der Sudan war unter dem autokratischen Präsidenten Omar al-Baschir viele Jahre isoliert und steckt noch immer in einer Wirtschaftskrise, seit Al-Baschirs Sturz 2019 bemüht sich aber die neue Übergangsregierung um bessere Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft. Jüngst hatte Khartum etwa die Normalisierung der Beziehungen mit Israel verkündet.

Neben Russland sind auch andere Staaten an einer Präsenz am Roten Meer interessiert. Das kleine Land Dschibuti dort, am Übergang zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean, ist schon seit längerem ein regelrechtes Heerlager fremder Mächte geworden. So betreiben dort etwa schon die USA, Frankreich, China, Japan, Deutschland und Italien Stützpunkte unterschiedlicher Größe. 

(APA/DPA/Greber)