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USA

Die zwei Realitäten in Washington

Am Tag der veteranen legte Trump in Arlington, Virginia, einen Kranz nieder. Biden besuchte derweil das Mahnmal zum Koreakrieg in Philadelphia in Pennsylvania.
Am Tag der veteranen legte Trump in Arlington, Virginia, einen Kranz nieder. Biden besuchte derweil das Mahnmal zum Koreakrieg in Philadelphia in Pennsylvania.APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
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Trump klammert sich an die Macht. Die Republikaner wagen es nicht, ihm in den Rücken zu fallen. Biden agiert fast wie ein amtierender Präsident und nimmt Anrufe aus aller Welt entgegen.

Der Chefdiplomat stand vor einer delikaten Aufgabe. Ob die USA denn angesichts der aktuellen Ereignisse im Land noch für freie und faire Wahlen in der Welt einstehen könnten, lautete die Frage an den Außenminister bei einem Pressegespräch im State Department vor einem zehntägigen Auslandstrip nach Frankreich, Georgien und in den Nahen Osten. Dort wird Mike Pompeo wohl mit ähnlichen Fragen konfrontiert werden.

Pompeo wischte die Frage beiseite. „Es wird einen geschmeidigen Übergang in die zweite Trump-Amtszeit geben“, erklärte der Minister, der für seinen mitunter galligen Humor bekannt ist. Ironie, Sarkasmus oder bitterer Ernst? Die Antwort hinterließ Interpretationsspielraum, wie dies dieser Tage häufig der Fall ist bei republikanischen Amtsträgern in Washington. Im Weißen Haus quittierte der Präsident den Kommentar Pompeos indessen mit Lob: „Das ist der Grund, warum Mike der Jahrgangsbeste in West Point war.“ Tags zuvor hatte Trump einen Klassenkollegen und Pompeo-Freund an der Militärakademie, Verteidigungsminister Mark Esper, gefeuert.

Niemand aus dem republikanischen Establishment will in Missgunst fallen. Donald Trump fordert unbedingte Loyalität ein, und via Twitter gibt er in Großbuchstaben Durchhalteparolen aus: „Wir gewinnen.“ Mit Vertrauten und Beratern wälzt er im Weißen Haus, wie US-Medien kolportieren, in zunehmend düsterer Stimmung Strategien, wie er sich doch noch an der Macht halten könnte.