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Harter Lockdown

Viele Menschen freuen sich bereits auf den nächsten harten Lockdown: Die Welt wird auf einmal viel übersichtlicher.

In welch seltsamen Zeiten wir doch leben. Früher hieß es „Nie mehr Schule!“, und alle sangen mit. Auch die Polizei war ein beliebtes Feindbild. Heute wollen alle in die Schule gehen. Und alle – bis auf die Muslimbrüder – mögen die Polizei. Höchstwahrscheinlich hat das auch viel mit dem Bildungsminister und dem Innenminister zu tun.

Viele Menschen freuen sich dennoch bereits auf den nächsten harten Lockdown: Die Welt wird auf einmal viel übersichtlicher. Man muss sich nicht mehr ständig zwischen mehreren Optionen entscheiden – ob beim Schuhkauf oder der Partnerwahl. Man nimmt einfach das, was man hat.

Und solche, die Kinder haben, genießen es, ihre Kinder wieder besser kennenzulernen, nun auch untertags, auf ihre Vorlieben – „Handy!“, „iPad!“, „Nintendo!“ – einzugehen und schöne Stunden in jenem Beruf zu verbringen, den man seit der eigenen Schulzeit eigentlich schon immer mal ergreifen wollte: Lehrer!

Auch die Unternehmer freuen sich auf den harten Lockdown: Einfach 80 Prozent vom Vorjahresumsatz einstreifen – und zu Hause einmal nur den Lehrer heraushängen lassen.

Schade wäre es nur, wenn uns der Bildungsminister und der Innenminister im Laufe des Lockdowns abhanden kämen.

Reaktionen an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2020)