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Terror in Wien

Trotz 1500 Beschwerden beim Presserat werben Spar und Rewe wieder auf "oe24"

Gedenken an die Opfer des Terroranschlags am Judenplatz(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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„Oe24“ und die „Kronen Zeitung“ sorgten für eine nie da gewesene Anzahl an Beschwerden aufgrund ihrer Berichterstattung in der Nacht des Terroranschlags. Trotz eines angekündigten Werbe-Boykotts schalten Spar und Rewe nun wieder Inserate.

Aufgrund der Berichterstattung zum Terroranschlag in Wien vergangene Woche langten beim Presserat mehr als 1500 Beschwerden ein. "Ein absoluter Negativrekord", kommentierte Geschäftsführer Alexander Warzilek am Freitag die Situation. Denn zu keinem anderen Thema habe es in der Geschichte des Österreichischen Presserats eine derart hohe Anzahl an Beschwerden gegeben. Eine Entscheidung des zuständigen Senats 2 wird Mitte Dezember erwartet.

Der Großteil der Beschwerden beziehe sich demnach auf die Veröffentlichung von Video- und Bildmaterial, auf dem zu sehen ist, wie ein Opfer erschossen bzw. ein Polizist niedergeschossen wird. Sie betreffen die Medienhäuser von "oe24" und "Kronen Zeitung".

Wolfgang Fellners TV-Sender "oe24" fiel mit der Verbreitung von Videos und Bildern der Tat und der Tatorte auf. Besonders stark kritisiert wurde ein Video, auf dem man sah, wie aus kurzer Distanz mehrfach auf ein Terroropfer geschossen wurde. Aber auch die Veröffentlichung von Bildern, auf denen Blutlachen am Tatort zu sehen sind, die Verbreitung von Gerüchten und falschen Informationen, die Gefährdung des laufenden Polizeieinsatzes durch rasches Hochladen von Video- und Bildmaterial, die Veröffentlichung von Bildern, auf denen flüchtende Passanten zu sehen sind sowie identifizierende Berichte und Bildveröffentlichungen vom Attentäter sowie von Polizisten wurde von Lesern beanstandet.

Spar und Rewe inserieren doch wieder

Empörte Werbekunden, etwa Spar und die Unternehmen der Rewe-Gruppe, hatten daraufhin auf Social Media einen Werbe-Boykott für die betroffenen Medien angekündigt. Allerdings dürfte es bei den öffentlichkeitswirksamen Ankündigungen bleiben: So waren am Freitag bereits wieder Inserate von Adeg und Billa (Rewe) sowie Spar in der von Fellner herausgegebenen Gratiszeitung „Österreich“ bzw. auf „oe24“ zu sehen.

Auf die Kritik von erbosten Usern auf Twitter antwortete Spar Österreich, dass man nach Gesprächen mit den Verantwortlichen „eingehende Gespräche“ geführt und seinen „Unmut“ geäußert habe, der jedoch „auf Verständnis gestoßen“ sei. Deshalb habe man sich dazu entschieden, ab Freitag wieder zu inserieren.

(APA/juwe)