Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Kulturwissenschaft

Warum wir auf die Knie sinken

"Die Geste ist klar und emotional, wir verstehen sie sofort. Sie wird gern strategisch eingesetzt." Andreas Gehrlach, Literaturwissenschaftler und Historiker.
"Die Geste ist klar und emotional, wir verstehen sie sofort. Sie wird gern strategisch eingesetzt." Andreas Gehrlach, Literaturwissenschaftler und Historiker.REUTERS
  • Drucken
  • Kommentieren

Ob aus politischer Demut, zivilgesellschaftlichem Protest, erzwungener Herrscherverehrung oder Gottesfürchtigkeit – im Kniefall steckt immer schon viel Ambivalenz.

Sie zollten einander großen Respekt, Katharina die Große und Denis Diderot. Doch als der französische Philosoph bei seinem Russland-Besuch vor der Zarin, die der Gedankenwelt der Aufklärung grundsätzlich sehr aufgeschlossen gegenüberstand, nicht auf die Knie sank, sondern ihr die Hand schüttelte, war der Skandal perfekt.

„Die Unterwerfungsgeste des Kniefalls vor weltlichen Herrschern wurde im Zuge der Aufklärung abgeschafft und war ab dann der Anbetung von Göttern vorbehalten“, erklärt Andreas Gehrlach.