Pensionsalter: Khol gegen Arbeiten bis 67

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Solange Österreich noch als Land der Frühpensionisten gilt, braucht man über eine Erhöhung des Pensionsalters nicht zu diskutieren, sagen Seniorenvertreter. Primäres Ziel müsse die Erreichung des derzeit vorgeschriebenen Pensionsalters sein.

WIEN (j.n.). Arbeiten bis 67 sei in ferner Zukunft zwar denkbar, die derzeitige Diskussion sei aber noch verfrüht, meint Andreas Khol, Bundesobmann der ÖVP-Teilorganisation Seniorenbund, im Gespräch mit der „Presse“.

Primäres Ziel müsse die Erreichung des derzeit gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsalters sein. „Wir sind von einem Pensionsantrittsalter von 65 zurzeit noch so weit entfernt, dass wir über eine Erhöhung nicht reden müssen“, meint Khol. In ferner Zukunft sei ein späteres Pensionsantrittsalter aber durchaus vorstellbar. „Die materielle Grundlage soll dabei nicht geschmälert werden“, sprich: Die Pensionen sollen nicht gekürzt werden. Über eine Anpassung des Pensionsalters müsse in Zukunft aber sehr wohl diskutiert werden. Wichtiger Schritt sei vor allem eine zeitgemäße Reform der Hacklerpension. Auch alle Sonderpensionen wie die von Gemeinden, Ländern und ÖBB sollen seiner Meinung nach reformiert werden. Khol fordert, dass auch in diesem Bereich ein tatsächliches Pensionsalter von 65 erreicht wird.

 

Anreize setzen

In Österreich sei es derzeit durchaus beliebt, bald in Pension zu gehen, meint der Obmann des Seniorenbundes. Durch positive Anreize soll das in Zukunft unterbunden werden. Nach Meinung Khols sollen in Zukunft jene höhere Zuschläge erhalten, die sich entscheiden, länger zu arbeiten.

Auch für die Europa-Beauftragte des österreichischen Seniorenbundes, die frühere Familienministerin Marilies Flemming, ist die derzeitige Diskussion überflüssig. Erst wenn „das gesetzliche Rentenalter erfüllt ist“, könne man schrittweise über eine Annäherung an ein Pensionsalter von 67 Jahren nachdenken, so Flemming zur „Presse“. Arbeit sei außerdem ein Grundrecht der Menschen – jene Personen, die länger arbeiten wollen, sollen auch die Möglichkeit dazu haben. Dass durch die Beschäftigung älterer Menschen über das gesetzlich vorgeschrieben Pensionsalter hinaus jungen Menschen die Jobs weggenommen werden, nennt Flemming eine Lüge.

Andreas Khol wird sich im September im Zuge der Verhandlungen mit den Sozialpartnern als derzeitiger Präsident des Seniorenrates mit der Regierung treffen, um Änderungen der derzeitigen Pensionsgesetze zu besprechen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2010)


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