Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Unorthodoxer Globetrotter: Paolo Rumiz, Triestiner des Jahrgangs 1947.
Spectrum

Wenn einer keine Reise tut

Viele Jahre lang durchstreifte der Triestiner Reiseschriftsteller Paolo Rumiz Europa: per Fahrrad, Bahn oder Schiff. Dann quartierte er sich im Leuchtturm einer winzigen Insel ein – und entdeckte die Lust am Stillstand. Was wir aus seinen Erfahrungen für Corona-Zeiten lernen können.

Papa, machen wir einmal etwas zusammen?“, fragte der 16-jährige Sohn eines Tages seinen Vater, den Journalisten und Autor Paolo Rumiz. „Ja!“, war die Antwort. „Wie wär's mit einer Reise?“ Das Ziel war rasch gefunden: Von Triest aus, wo die beiden lebten, würden sie ins 600 Kilometer entfernte Wien fahren – mit dem Fahrrad. Im Sommer 1998 ging es los, die erste Etappe führte 300 Höhenmeter bergan, vom Meeresspiegel in Triest über die Hügel des Karsts, hinein ins Slowenische. Der Sohn meisterte den steilen Aufstieg problemlos, der Vater, knapp über 50, als Radler ungeübt, kam ordentlich ins Keuchen. Dann ging es ostwärts, schließlich nach Norden, an der österreichisch-ungarischen Grenze entlang. Nach sechs Tagen im Sattel näherten sich die beiden Radler, das „Generationentandem“, wie Rumiz es später liebevoll nannte, mit aufgescheuertem Hintern Wien.