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Fußball

„Ich wollte immer einmal gegen Ronaldo spielen“

Salzburg-Legionär Dominik Szoboszlai wollte die Welt umarmen.
Salzburg-Legionär Dominik Szoboszlai wollte die Welt umarmen.APA/AFP/ATTILA KISBENEDEK
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Ungarn ist dank eines Last-Minute-Tores von Dominik Szoboszlai bei der EM 2021 dabei, empfängt in Budapest Titelverteidiger Portugal und Weltmeister Frankreich. Für den Salzburg-Legionär erfüllt sich dann ein Kindheitstraum.

Budapest. Es gibt Tore, die vergisst man einfach nicht. Und so eines hat Salzburg-Legionär Dominik Szoboszlai in der Nachspielzeit des Playoff-Finales für Ungarn geschossen. Der 20-Jährige schnappte sich an der Mittellinie den Ball. Er lief, führte ihn über das halbe Spielfeld und durch Islands Abwehr hindurch. Aus 20 Metern schoss er, zog mit seinem rechten, eigens für Schüsse, Freistöße und Eckbälle geschulten Fuß voll durch – und traf via Innenstange zum 2:1.

Damit ging für Ungarns Fußball ein Traum in Erfüllung: die nächste EM-Teilnahme nach 2016 mit Heimspielen in Budapest. Und das gegen die Crème de la Crème des europäischen Fußballs: Titelverteidiger Portugal, Weltmeister Frankreich und Deutschland.

Fast 20 Monate nach dem Auftakt der EM-Qualifikation, der längst vorgenommenen Auslosung und weiter gewachsenen Zweifeln, ob das Event in der geplanten pan-europäischen Vorlage ob der Pandemie denn stattfinden kann im Sommer 2021, sind alle 24 Teilnehmer ermittelt. In Budapests Puskas-Arena wurde Szoboszlai zum Helden, mit ihm jubeln eine Nation und RB Salzburg. Jeder internationale Treffer erhöht seinen Marktwert, Interessenten müssten für das Juwel über 20 Millionen Euro Ablöse überweisen. Der konzerninterne Aufstieg in Richtung Leipzig ist bereits angedacht, hängt aber von Salzburgs Verbleib im Europacup über die Winterpause hinaus ab.

Szoboszlai war seine Zukunft in diesem Moment fern. Seit 2017 spielt der 1,86 Meter große Ungar, der aus der Jugend des FC Videoton in Fehervar kam, in Salzburg. Mit jedem Titel und jedem Champions-League-Auftritt wurde man auf ihn aufmerksamer, doch überhäuft von Gerüchten über neue Klubs blieb der linke Mittelfeldspieler auf dem Boden der Realität. Diese Besonnenheit half auch jetzt, wegen sechs positiver Tests beim Klub lief er Gefahr, das wichtigste Spiel der Magyaren zu verpassen. Als negative Erklärungen folgten, fiel ihm ein Stein vom Herzen. Sein Traum wird Wirklichkeit: „Ich wolle schon als Kind immer einmal gegen Ronaldo spielen. Das geht jetzt in Erfüllung.“

 

Die schottische Jubeltraube

Nicht nur Ungarn, auch Schottland feiert bei der EM den Auftritt als mitspielender Gastgeber. Dort war Torhüter David Marshall (Derby County) der rettende Mann: Er parierte im Elferschießen den fünften Versuch der Serben. Das 5:4 beendete einen „Fluch“, schrieb „The Herald“: „Sechs Trainer haben es probiert, zehn Turniere sind vergangen. 23 Jahre des Schmerzes.“ Seit der WM 1998 in Frankreich hatten sich die Schotten für kein Großereignis qualifiziert. Im Sommer 2021 empfangen sie in Glasgow Tschechien und Kroatien, gegen England steigt das Insel-Derby im Wembley-Stadion.

Das vierte EM-Ticket sicherte sich die Slowakei mit dem 2:1 in Nordirland. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2020)