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Song der Woche

The Antlers: Jetzt verwelken die Blumen

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The Antlers, gegründet 2006 in Brooklyn, sind auf Schmerzliches spezialisiert, so behandelte ihr Album „Hospice“ die Liebe zwischen einer Krebskranken und ihrem Pfleger.

The Antlers: „It Is What It Is“. Lange schon hat man kein Gitarrenthema gehört, das einen schmerzhaften Song so entschlossen einleitet wie dieses. Ältere mögen an Eric Claptons „Layla“ (im Original natürlich) denken, doch hier ist der Schmerz schon Vergangenheit, wird im Rückspiegel sichtbar. Der Gesang, von Anfang an leise, beginnt mit einem starken herbstlichen Bild: „This is the first day the flowers wilt and fold. Nothing reverses, aridity takes hold.“ Kann man nichts machen. Wird nicht mehr. So ist das halt. Was diesen Song über stoische Klage hinaushebt, ist der subtile, doch packende Instrumentalteil: Ein sonores Saxofon hat bei aller Grübelei genau die Zuversicht und den Stolz, die der Sänger vermisst; eine zweite, hellere Gitarre kommt dazu und transformiert die Schwermut fast in Jubel . . . fast. Denn die Klage des Sängers kommt zurück: „The fall should have been prevented“, singt er. Doch den Herbst hält keiner auf.

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Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2020)