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Coronavirus

So soll der Corona-Massentest in Südtirol ablaufen

Archivbild. Auswertung eines Rachenabstrichs für einen Coronavirus-Antigentest.
Archivbild. Auswertung eines Rachenabstrichs für einen Coronavirus-Antigentest.REUTERS
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10.701 Personen sind in Südtirol aktuell infiziert. Es ist auch die erste italienische Provinz, die Massentests mit Antigen-Tests einsetzt. Wer positiv ist, muss in Quarantäne - Kontaktpersonen aber nicht.

Woran Österreich noch plant, wird im benachbarten Südtirol am kommenden Wochenende in kleinerem Maßstab schon umgesetzt: Der Großteil der Bevölkerung soll mittels Antigentests auf das Coronavirus getestet werden. Dazu werden in allen 116 Gemeinden Anlaufstellen - zum Teil auch mehrere - eingerichtet. Erklärtes Ziel ist es von den rund 520.000 Einwohnern rund 350.000 zu testen. Mit diesem Kraftakt wollen die Landesregierung und der Sanitätsbetrieb die Infektionsketten unterbrechen.

Der Test ist zwar freiwillig, allerdings schreibt die Landesregierung vor, dass Mitarbeiter von Betrieben für eine bestimmte Zeit suspendiert werden müssen, wenn sie sich nicht testen lassen. Dies hat in weiten Teilen der Bevölkerung für Kritik gesorgt, da es als Erpressung gewertet wurde.

Premiere auch für Italien

Die geplanten Massentests sind die ersten dieser Art in Italien. Mehrere Ausnahmeregelungen sollen eine rasche und möglichst einfache Abwicklung garantieren. So wird beispielsweise bei einem positiven Antigentest der Betroffene zwar in häusliche Isolation geschickt, es folgt aber kein aufwendiger PCR-Test. Eine automatische Krankschreibung sei aber dennoch möglich. Wenn der Betroffene keine Symptome zeigt, kann er nach zehn Tagen ohne erneuten Test die häusliche Isolation wieder verlassen.

Sollte eine Person positiv getestet werden, sollen auch keine Familienangehörigen oder Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt werden. Dies sei nur im Falle eines positiven PCR-Tests vorgeschrieben. Landesregierung und Sanitätsbetrieb hofften, mit den Massentests die Fallzahlen zu drücken und dadurch die strengen Maßnahmen wieder etwas lockern zu können. Sollten sich allerdings nicht genügend Personen testen lassen, hätte die Aktion nicht den gewünschten Erfolg, befürchteten die Behörden.

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258 Neuinfektionen

In Südtirol sind in den vergangenen 24 Stunden 258 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der jemals positiv Getesteten auf 18.104, teilte der Südtiroler Sanitätsbetrieb am Dienstag mit. 6.989 Personen galten bereits wieder als genesen, um 116 mehr als am Vortag. Damit waren in der autonomen Provinz aktuell 10.701 Personen infiziert.

Die Anzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöhte sich um neun auf nunmehr 414. Auf den Normalstationen der Krankenhäuser wurden 359 Covid-19-Patienten versorgt. 44 Patienten benötigten intensivmedizinische Behandlung. In Privatkliniken waren 123 Personen untergebracht, in den Einrichtungen in Gossensaß und Sarns 95. In Südtirol wurden bisher 278.912 Tests durchgeführt.

 

(APA)