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Analyse

Erdoğan und Putin spielen Macht-„Monopoly“ im Kaukasus und in Nahost

Archivbild: Ein im Krieg um Berg-Karabach zerbombtes Haus in Terter (Aserbaidschan).
Archivbild: Ein im Krieg um Berg-Karabach zerbombtes Haus in Terter (Aserbaidschan).(c) REUTERS (UMIT BEKTAS)
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Von Syrien bis Berg-Karabach unterstützen Ankara und Moskau verfeindete Kräfte und teilen Einflusszonen auf.

Seit Tagen protestieren Tausende auf dem Platz der Freiheit in Armeniens Hauptstadt Jerewan. „Verräter, Verräter“, skandieren die Demonstranten und fordern lauthals den Rücktritt der Regierung. Die Armenier sind im Schockzustand, seit Premier Nikol Paschinjan die Waffenstillstandsvereinbarung mit Aserbaidschan im Krieg um Berg-Karabach bekannt gegeben hat. Denn von der umkämpften Bergregion bleibt nur ein Drittel in armenischer Hand. Die Demonstranten in Jerewan geben der Regierung die Schuld daran. Den einzigen Vorwurf, dem man dem Premier machen kann, ist, dass er dagegen nichts unternommen hat. Er hätte es vorhersehen können: Ein Sieg war nie möglich, wenn Ankara und der Kreml im Hintergrund die Fäden ziehen.

Die Türkei ermöglichte den Angriff auf Berg-Karabach: Sie lieferte Drohnen an Aserbaidschan und entsandte syrische Söldner. Russland legte die Hände in den Schoß und ließ seinen Verbündeten Armenien im Stich. Erst im letzten Moment, als ganz Berg-Karabach zu fallen drohte, sprach der russische Präsident, Wladimir Putin, ein Machtwort und diktierte die Friedensbedingungen. Paschinjan war nach Protesten 2018 ins Amt gekommen und hatte sich von Russland distanziert. „Putin nutzte die Gelegenheit, um Armenien wieder zurechtzustutzen“, glauben Beobachter.