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Konflikt

Äthiopiens Streitkräfte rücken auf Hauptstadt von Tigray vor

Ethiopians who fled the ongoing fighting in Tigray region, collect water from the Setit river on the Sudan-Ethiopia border in eastern Kassala state
Geflüchtete am Grenzfluss zum Sudanvia REUTERS
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Im Konflikt um die Region Tigray teilten dortige Kräfte mit, sich „niemals“ ergeben zu wollen. Zehntausende Menschen sind in den Sudan geflüchtet.

Äthiopiens Streitkräfte rücken im Konflikt um die Region Tigray der Regierung zufolge auf die Hauptstadt der Provinz vor. Die Kräfte der Volksbefreiungsfront Tigrays (TPLF) hätten auf dem Weg nach Mekelle Brücken abgebaut und Straßen zerstört, hieß es in der Nacht auf Mittwoch in einer Mitteilung der Notstands-Taskforce, die die äthiopische Regierung nach dem Ausbruch des Konflikts gegründet hatte.

Die Tigrayer würden sich niemals ergeben, betonten die Führer der Lokalregierung. Man werde sich gegen den "Feind" verteidigen.

100.000 Zivilisten auf der Flucht

Über die Lage vor Ort in der nördlichen Region Tigray war weiter wenig bekannt, weil Internet, Telefonverbindungen und Strom nach wie vor gekappt waren. Nach Angaben der Regionalregierung von Tigray waren 100.000 Zivilisten auf der Flucht, mehrere Menschen seien getötet worden. Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen sagte am Dienstag, dass bereits mehr als 27.000 Menschen in das Nachbarland Sudan geflüchtet seien.

Äthiopiens Regierung hatte nach Monaten der Spannungen zwischen Addis Abeba und der TPLF jüngst eine Offensive gegen die Rebellengruppe und Regierungspartei von Tigray begonnen. Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Als Regierungschef Abiy Ahmed 2018 in Äthiopien an die Macht kam, brachte er Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die TPLF nicht beitrat. Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich größere Autonomie. Unter Abiy Ahmed, der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt, sind ethnische Spannungen in dem Vielvölkerstaat mit rund 112 Millionen Einwohnern gestiegen.

(APA/dpa/Reuters)