Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Keramik

Kooperation: Habibi-&-Hawara-Geschirr von Gmundner Keramik

Gmundner gibt es jetzt in einer Habibi-&-Hawara-Edition. Und in einem neuen Shop für typisch Österreichisches im Hollein-Geschäft am Kohlmarkt.

Kaffee und Kuchen bei der Oma, ein Frühstück in einer kleinen österreichischen Pension oder auch das Mittagessen bei der Tante. Es gibt hierzulande wohl viele Menschen, die ähnliche Assoziationen haben, wenn es um das berühmte grün geflämmte oder mit Streublumen verzierte Geschirr der Manufaktur Gmundner Keramik geht. Immerhin besteht diese bereits seit 1492 und ist somit schon sehr lang Teil österreichischer Handwerkskunst.

Dass sie aber auch hin und wieder andere Wege geht, beweist eine neue Kooperation zwischen Gmundner Keramik, die vor zwei Jahren von Markus Friesacher gekauft wurde, und Martin Rohlas Wiener Restaurants Habibi & Hawara, die seit Jahren geflüchteten Menschen einen Arbeitsplatz bieten.

Traunsee statt Marrakesch

Die Idee zum eigenen Habibi-&-Hawara-Geschirr ist auf einer Marokko-Reise im Februar entstanden. Rohla wollte schon einen Produzenten in Marrakesch beauftragen, bis er - wieder zu Hause - auf Markus Friesacher aufmerksam gemacht wurde, der erst kürzlich Gmundner Keramik gekauft hatte. Also hat Rohla den Salzburger Unternehmer angerufen, "und nach fünf Minuten haben wir das per Handshake vereinbart", erzählt Rohla. Mittlerweile wurden 2500 Stück produziert, die, sobald diese wieder öffnen dürfen, in den Habibi-&-Hawara-Lokalen zum Einsatz kommen sollen.

Martin Rohla mit dem Habibi & Hawara-Geschirr.Rohla

Für Markus Friesacher war der Ansatz, den Rohla mit seinem Unternehmen verfolgt, ausschlaggebend. "Das ist schon eine spezielle Kooperation. Es ist ein tolles Projekt, das Martin Rohla da macht, bei dem die Nächstenliebe im Vordergrund steht." Generell sei aber kein verstärkter Fokus auf die Gastronomie geplant. Wobei das Geschirr durchaus auch dafür tauglich wäre: "In den letzten Jahren hat es in der Keramikproduktion und bei der Glasur sehr große technische Fortschritte gegeben. Das kann man nicht mehr mit früher vergleichen, als es noch Grauschleier von Messer und Gabel gegeben hat."

Der ehemalige Formel-3-Fahrer und Unternehmer, der von Diskont-Tankstellen über eine Fleischhauerei bis hin zu Immobilien eine recht breite Palette an Firmen in seiner MF-Gruppe hat, ist zufällig zur Gmundner Keramik gekommen. Der frühere Inhaber, Maximilian Graf von Moy, ist ein Schulfreund von ihm. Und als dieser ihm erzählt hat, dass er sich von Gmundner Keramik trennen will und sich zwischen einem spanischen und einem türkischen Angebot entscheiden muss, hat Friesacher kurzerhand entschlossen, selbst zu übernehmen. Weil er es schade gefunden hätte, wenn es nicht mehr in österreichischer Hand wäre und die Produktion vielleicht verlegt worden wäre.

Markus Friesacher hat vor rund zwei Jahren Gmundner Keramik gekauft.www.wildbild.at

Die DNA des Unternehmens wolle er nicht ändern, aber vor allem in Hinblick auf Social Media offener für Neues sein. Generell dürften aber auch die Jungen das Traditionsunternehmen für sich entdecken, woran auch eine gewisse Kourtney Kardashian nicht ganz unbeteiligt ist. Diese hat das Geschirr erst im Sommer im Urlaub in Colorado entdeckt und Fotos davon gepostet. "Mir hat Frau Kardashian aber nichts gesagt, ich habe kein Facebook und Instagram, nur WhatsApp", so Friesacher. Nachdem die Dame aber so nett war, sehr viel Werbung für das Unternehmen zu machen, hat er sich mit personalisiertem Geschirr für ihre Kinder bedankt.

Shop für "bewussten Konsum"

Das Habibi-&-Hawara-Geschirr wird nach dem Lockdown übrigens auch in einem neuen Geschäft am Kohlmarkt zu haben sein, das Rohla mit seinem Beratungs- und Beteiligungsunternehmen Goodshares initiiert hat. Der Shop namens Temperance ist in das berühmte einstige Kerzengeschäft Retti, das der Architekt Hans Hollein in den 1960er-Jahren gestaltet hat, eingezogen - und so gut wie fertig. "Rethink your shopping habits" steht auf der Fassade bereits geschrieben und soll auf ein bewusstes Konsumverhalten aufmerksam machen. "Es wird nur Produkte geben, die eine besondere Geschichte erzählen", sagt Rohla. Verkauft werden hier neben Gmundner Keramik und anderen österreichischen Produkten auch eigens kuratierte Geschenkboxen für Damen und Herren.