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Retailmarkt.

Blaues Auge für den Handel

Eine Analyse benennt Gewinner und Verlierer der Coronakrise.

Eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens CBRE des österreichischen Retailmarkts ergibt ein gemischtes Bild: Während Branchen wie der Lebensmittelhandel oder Baumärkte gegenüber dem Vorjahr ein Plus verzeichnen, ist vor allem der Bekleidungssektor unter Druck. Insgesamt zeigt sich, dass die Frequenz in Shopping Centern seit dem Lockdown im Frühjahr zwar um rund zehn Prozent unter jener des Vorjahres lag, der Gesamtumsatz im Einzelhandel aber aufgrund der gestiegenen Einkaufsfreude und eines höheren durchschnittlichen Einkaufswerts sogar über dem Vorjahr lag. „Der Lockdown hat den Einzelhandel auf eine harte Probe gestellt“, sagt Walter Wölfler, Head of Retail Österreich & CEE bei CBRE. „Dies blieb auch für die Eigentümer nicht ohne Folgen: Durch die Reduktion bzw. Stundung von Mietzahlungen kam es zu Einkommensverlusten, die Leerstandsquoten werden voraussichtlich steigen und es ist mit weiteren Insolvenzen zu rechnen.“

 

Neue Rahmenbedingungen

Die Renditen für Shopping Center, die derzeit bei knapp 3,5 Prozent liegen, sowie für innerstädtische Lagen (4,65 Prozent) sind als Folge der aktuellen Entwicklungen im Steigen begriffen, in Fachmarktzentren hingegen sind sie mit 5,3 Prozent rückläufig. „Gute Fachmarktzentren sowie attraktive ,Big Boxes‘ zählen zu den Gewinnern, diese verzeichneten sogar mehr Besucher als im Vorjahr“, sagt Wölfler. Zu den Krisengewinnern gehört aber vor allem der Online-Handel – allerdings seien die Zuwächse in Österreich weniger ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern, berichtet der Experte. Die Coronakrise habe grundsätzlich zu einer Neuordnung des Retailmarktes geführt. „Binnen kürzester Zeit mussten alle Marktteilnehmer neue Ideen entwickeln und sich an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen.“ Dazu gehörten ein verstärktes Omnichanneling, die Restrukturierung der Supply Chain, neue Mietvertragsbedingungen und ein verstärkter Bedarf an Re-Developments. (ebe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2020)