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Morgenglosse

Gerechtigkeit für Birgit Hebein!

APA/HERBERT PFARRHOFER
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Brutal, wie die Grünen ihre Soeben-noch-Spitzenkandidatin nach der für sie erfolgreichsten Wien-Wahl aller Zeiten demontieren – und damit indirekt sich selbst.

Nun ist es ja so: Wir hier haben in der jüngeren und allerjüngsten Verangenheit sicher nicht alle Vorhaben, Vorschläge und Forderungen der Wiener Noch-Vizebürgermeisterin Birgit Hebein bejubelt. Eher trifft das Gegenteil zu. Ohne sich jetzt groß in Trauer-Pose werfen zu wollen: Vor nicht einmal ganz zwei Jahren wurde sie von der Basis zur Chefin gemacht. Jetzt, nach dem besten grünen Ergebnis bei einer Wien-Wahl, das sie als Spitzenkandidatin heimgebracht hat, vom eigenen Rathausklub abserviert zu werden, an vorderster Stelle von zwei Männern, die 2018 gegen Birgit Hebein beim Votum durch die Basis unterlegen sind, ist bemerkenswert, ist brutal.

So geht man mit keiner „Parteifreundin“ um. Schon gar nicht wäre das bei den gern mit dem Finger auf andere zeigenden Grünen zu erwarten, die vor langer, langer Zeit als Alternative zu traditionellen Parteien angetreten waren. Macht, Jobs und Geld sind in Wien für die Grünen durch den Verlust der Regierungsbeteiligung verloren gegangen. Bürgermeister Michael Ludwig hat dann doch dem braveren, kleineren pinken Christoph Wiederkehr den Vorzug gegeben. Nach zehn Jahren ist eben Schluss mit Rot-Grün.

Die Rache der grünen Funktionäre war furchtbar. Gerechtigkeit für Birgit Hebein? Die Wahlsiegerin durfte für sechs neue wohlbestallte Mandate (ein Plus von mehr als 50 Prozent) sorgen und dadurch für ein deutliches Plus bei den in Wien gar reichlich fließenden Partei- wie Klubförderungen. Aber sie durfte weder Klubchefn werden, noch war ihr der unsägliche, aber prestigeträchtige Job einer Wiener Spezialität namens nicht amtsführende Stadträtin vergönnt. Abserviert zu werden nennt man das.

Feministisch! Feministisch?

Basisdemokratisch! Feministisch! Solidarisch! Diese Prinzipien tragen die Grünen vor sich her. Basisdemokratisch? Feministisch? Solidarisch? Gegen so gut wie alle ihre angeblichen Ideale haben die Grünen in Wien soeben grob verstoßen. Sich selbst haben sie dadurch schweren Schaden zugefügt. O.K., das könnte als deren Problem ohne Allgemeinbedeutung abgetan werden.

Was aber wirklich mehr wiegt: Für die Politik insgesamt sind die jüngsten Ereignisse bei den Grünen in Wien verstörend bis verhängnisvoll.

Mitreden: Was ist von Rot-Pink in Wien zu erwarten?

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