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Trauer in Belgrad

Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche stirbt an Corona

Der 90-jährige Patriarch Irinej ist tot.
Der 90-jährige Patriarch Irinej ist tot.(c) REUTERS (MARKO DJURICA)
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Der 90-jährige Patriarch Irinej hatte auch großen politischen Einfluss. Er könnte sich bei einem Begräbnis mit Tausenden Teilnehmern angesteckt haben. Gesundheitsexperten hatten gewarnt. Sein Kollege in Griechenland ist ebenfalls an Corona erkrankt.

Patriarch Irinej, das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, ist am Coronavirus gestorben. Das berichtete der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Freitag auf seinem offiziellen Instagram-Account. "Es war mir eine Ehre, Sie zu kennen. Menschen wie Sie gehen nie von uns", schrieb Vucic unter einem Schwarzweißfoto von Irinej.

Bei Patriarch Irinej (90), einem Konservativen, der auch großen politischen Einfluss ausübte, war am 4. November eine Erkrankung mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Er war seitdem in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Belgrad in Behandlung. Der Patriarch mit dem bürgerlichen Namen Miroslav Gavrilovic hatte ursprünglich aber keine Symptome gezeigt.

Geistliche trugen keinen Mundnasenschutz

Irinej hatte am 1. November den Begräbnisgottesdienst für das serbisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt in Montenegro, Erzbischof Amfilohije, geleitet. Der Würdenträger mit dem bürgerlichem Namen Risto Radovic war Ende Oktober im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verstorben.

Gesundheitsexperten in Montenegro hatten gewarnt, dass das Virus sich während der Beisetzungsfeierlichkeiten für Amfilohije ausbreiten könnte. Daran nahmen tausende Menschen teil, ohne physische Distanz zu wahren. Die meisten anwesenden Geistlichen, darunter Irinej, trugen keinen Mundnasenschutz.

Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hieronymos II. von Athen, war erst am Donnerstag mit einer Corona-Infektion in das Athener "Evangelismos"-Spital gebracht worden. Der 82-jährige Geistliche habe Symptome und leichtes Fieber und werde vorsorglich auf der Intensivstation behandelt, berichtete der TV-Sender Skai. Er nehme nun an jener „Prüfung" teil, die Tausende im Land und Millionen weltweit betreffe, ließ das Kirchenoberhaupt vor seiner Einweisung mitteilen.

(APA/ag./red.)