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Diebstahl

"Filmreifer Coup": Bankschließfächer in Wien und Niederösterreich geleert

Wie am Freitag bekannt wurde, ereigneten sich am Mittwoch Diebstähle sowohl in Mödling als auch in Klosterneuburg. Auch ein Geldinstitut in Wien ist betroffen, offenbar aber schon seit längerer Zeit.

Unbekannten Tätern soll in Mödling ein „filmreifer Coup“ gelungen sein, der vermutlich einen Schaden in Millionenhöhe verursacht, berichtete der „Kurier“ am Freitag. Die Bande habe unbemerkt mehrere Schließfächer im gesicherten Bereich des Saferaums in der Raiffeisen Regionalbank Mödling geknackt und leer geräumt.

Die Ermittlungen haben den Bericht zufolge am Mittwoch begonnen. Am Freitag hat der Fall weitere Kreise gezogen: Wie Polizeisprecher Johann Baumschlager auf Anfrage mitteilte, wurden auch Schließfächer eines Geldinstituts in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) geleert. Auch diese Tat soll am Mittwoch verübt worden sein. Baumschlager bestätigte zudem, dass mit dem selben Modus Operandi vorgegangen worden war.

Ob es sich auch um dieselbe Tätergruppe handelt, war vorerst unklar. „Die Spuren werden gesichert und verglichen", verwies Baumschlager auf laufende Ermittlungen des Landeskriminalamts Niederösterreich.

Auch Wien betroffen

Auch ein Geldinstitut in Wien-Döbling wurde zum Tatort. Entsprechende Berichte von ORF und „Kurier" wurden von Baumschlager am Freitagnachmittag bestätigt. Im Fall der betroffenen Bank geht die Polizei davon aus, dass die Diebe seit Oktober bis zuletzt in vermutlich mehreren Zugriffen Schließfächer leer räumten. Dazu hätten sie das elektronische System „überbrückt", das den Zugang zu der betreffenden Räumlichkeit in dem Geldinstitut sichert. Wie genau die Kriminellen dabei vorgingen, sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Marco Jammer.

Mehrere Schließfächer seien betroffen, wie viele werde noch eruiert. „Die Opfer melden sich erst", so der Sprecher. Daher könne auch die Höhe des Schadens noch nicht beziffert werden.

Das Geldinstitut in Döbling sei bis dato die einzige betroffene Bank in Wien. Um welche Bank es sich in der Bundeshauptstadt konkret handelt, will die Landespolizeidirektion aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bekannt geben.

Betroffene Kunden direkt kontaktiert

Schließfächer von Kunden dreier Banken sind von Kriminellen geleert worden. Am Freitag wurde von einer Raiffeisen-Sprecherin bestätigt, dass Niederlassungen der Gruppe betroffen waren - und zwar die Raiffeisen Regionalbank in Mödling und eine Raiffeisen-Filiale in der Wiener Muthgasse. In der Bank Austria ging es um Safeboxen der Schließfachanlage der Filiale Klosterneuburg.

Alle betroffenen Kunden der beiden Bankinstitute seien direkt kontaktiert worden, sie waren auch schon in ihren Banken, teilten die Institute am Nachmittag mit.

Dort ging es um die Schadensfeststellung nach diesem Diebstahl, der auch nach Angaben der Banker eine neuartige kriminelle Dimension hat. Zur Höhe der Schäden und zur Zahl der betroffenen Kunden wurden keine Angaben gemacht.

Bei Raiffeisen hieß es, es habe sich um eine überschaubare Zahl von Betroffenen gehandelt. In der Bank Austria war heute von einigen wenigen Safes die Rede. Alle seien verständigt, es sei nichts mehr offen, hieß es von beiden Häusern.

Zugetragen hätten sich die Taten Mitte November. Wie es den Tätern jeweils gelungen ist, die höchsten Sicherheitsstandards zu knacken, dazu gab es weder von der Polizei noch von den betroffenen Instituten Angaben. Die Banken haben sofort die Polizei eingeschaltet. Um die auf Hochtouren laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, wollten sie keine weiteren Details kommunizieren. Es sollen bestimmte Safe-Varianten, konkret 24-Stunden-Safes, betroffen gewesen sein.

Welche Werte in Banksafes verwahrt sind, darüber wissen die Banken selbst nicht Bescheid. Mit dem Safe-Mietvertrag wird in einem Standard-Vertrag eine nach Instituten unterschiedliche Versicherungssumme von im Schnitt einigen tausend Euro vereinbart. Die kann aber in der Beratung individuell festgesetzt und durch Zusatzversicherung erhöht werden. In ihre Sicherheitssysteme haben die Banken in den vergangenen Jahren hohe Summen investiert.

Bei der Polizei war heute davon die Rede, dass elektronische Sperren, die den Zugang zu der betreffenden Räumlichkeit, den Saferaum, sicherten, überbrückt worden sein dürften.

(red./APA)