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Luftfahrt

AUA-Mitarbeiter suchen Nebenjobs

Trotz Sparplans verbrennt die Fluggesellschaft bis zu zwei Mio. Euro täglich.

Wien/Schwechat. Die Coronapandemie und damit verbundene Verluste in ungekannter Höhe zwingen die AUA zu einem drastischen Sparkurs. Trotzdem verbrennt die AUA aktuell „ein bis zwei Millionen Euro pro Tag“, bestätigte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech im Magazin „News“ – also zumindest 40 Mio. Euro pro Monat. Bei der Lufthansa sind es sogar 350 Mio. Euro monatlich. Die Krise bringt dem Zeitungsbericht zufolge immer mehr AUA-Leute dazu, sich Zweitjobs zu suchen, um über die Runden zu kommen.

Von Hoensbroech geht davon aus, dass „im Sommer das Geschäft zu 50, 60 oder 70 Prozent wieder zurückkommt.“ Bis 2022 sollen 1100 Beschäftigte abgebaut werden. Einstweilen sind aber alle zumindest bis März 2021 in Kurzarbeit. So lang gilt die momentane gesetzliche Basis dafür, bei der AUA will man sie aber zumindest bis zum ersten Quartal 2022 nutzen. „In der Praxis sollte die Kurzarbeit so lang genutzt werden können, bis das Geschäft wieder zurückkommt“, so der AUA-Chef.

Einkommen reicht nicht aus

Auch wenn in der Kurzarbeit nicht gekündigt werden darf, die Situation für die Betroffenen – die zwischen zehn und 80 Prozent ihrer ursprünglichen Arbeitsleistung erbringen – ist misslich. Viele AUA-Mitarbeiter, speziell jüngere und schlecht verdienende, müssen sich in der Kurzarbeit einen Zweitjob suchen. Sonst genügt ihr Einkommen nicht mehr. Bei den rund 2500 Flugbegleitern fallen auch die variablen Gehaltsbestandteile wie Provisionen aus dem Bordverkauf weg, die sonst 20 Prozent des Einkommens ausmachen können.

Viele hätten daneben in der Gastro- bzw. Cateringbranche angeheuert – die jetzt aber auch zugesperrt ist –, manche bei den ÖBB Nightjets und andere sogar bei Pflegediensten. Andere würden überhaupt aussteigen, weil ihnen die Perspektiven fehlten, heißt es in dem Bericht mit Bezug auf einen ungenannten langjährigen AUA-Mitarbeiter. Wie viele AUA-Leute sich Nebenjobs gesucht haben, nennt das Unternehmen nicht, laut Betriebsrat geht es dabei nicht um Einzelfälle. Das ziehe sich durch alle Unternehmensbereiche. (APA/mad.)