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Spectrum

Verlierer sind nicht sexy

Als Kind zweier Langzeitarbeitsloser aus dem Ruhrgebiet weiß Anna Mayr, wovon sie schreibt, wenn sie von „Elenden“ berichtet. Arbeitslose stehen unter andauerndem Stress. Eine Streitschrift gegen Bedrückung und Scham, Trauer und Peinlichkeit.

Wie werden Arbeitslose wahrgenommen? „Nach etwa drei Jahren Arbeitslosigkeit“, schreibt Anna Mayr, „sieht man ihnen deutlich an, wo sie wohnen, wie sie wohnen und dass ihnen nichts mehr einfällt.“ Sie sind billig gekleidet, konsumieren schlechte Lebensmittel, können am kulturellen Leben kaum partizipieren. Sie werden isoliert, und sie isolieren sich auch selbst, gelten als ausgesondert, sind letztlich nicht geschäftsfähig. Das erschüttert vor allem auch das Selbstbewusstsein. Arbeitslose und ihre Angehörigen wirken lädiert. „Sie stehen jetzt unter andauerndem Stress.“