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Umfrage

Finanzwissen „erschreckend“ gering

Um das Finanzwissen bei Erwachsenen ist es laut einer Studie schlecht bestellt.

Berlin/Wien. Wie berechnet sich ein Zinseszins? Was ist Inflation? Was bedeutet es, Geld diversifiziert anzulegen? Viele Bürger haben bei der Beantwortung solcher Fragen Schwierigkeiten, zeigt eine Umfrage der Allianz. Insgesamt sei „das Niveau der Finanzkompetenz erschreckend niedrig“, hält der Versicherungskonzern anhand der repräsentativen Erhebung unter Erwachsenen in sieben Ländern fest, darunter Deutschland, fünf anderen europäischen Staaten und den USA. Laut den am Donnerstag publizierten Ergebnissen konnten nur 28,5 Prozent der gut 6900 Teilnehmer vier Fragen zu rechnerischen Fähigkeiten, Zinsen, Buchhaltung und Inflation alle richtig beantworten.

Diejenigen, die sich schlechter in Sachen Finanzen auskannten, setzten für die Anlage von 1000 Euro auf niedrig verzinste Sparkonten oder Kryptowährungen, statt Aktien oder Versicherungsprodukte zu wählen. „In Zeiten von negativen Realzinsen ist häufig die vermeintlich sicherste Anlage diejenige, die Verluste beschert. Versierte Sparer können vermeiden, in diese Falle zu tappen“, kommentierte Allianz-Ökonom Arne Holzhausen die Umfrage. Seine Kollegin Patricia Pelayo Romero sagte: „Die desaströsen Werte für Finanz- und Risikokompetenz sollten ein Weckruf für Politik und Industrie sein.“ (DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2020)