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ORF muss Direktoren-Gehälter nicht veröffentlichen

muss DirektorenGehaelter nicht veroeffentlichen
Mit diesem Gehält lässt es sich leben: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz (l.) und Informationsdirektor Elmar Oberhauser(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
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Ein Teil der deutschen öffentlich-rechtlichen musste die Gehälter der Chefetage publik machen, der ORF nicht. Dem Vernehmen nach soll ORF-Chef Wrabetz mehr verdienen als der Bundespräsident.

Transparenz bei den Gehältern ist nicht die Sache des ORF. Nach einer gesetzliche Verpflichtung beim Westdeutschen Rundfunk WDR haben auch die übrigen ARD-Sender freiwillig die Gehälter der Chefetage veöffentlicht: Spitzenreiter ist demnach der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber, mit einem Brutto-Jahresgehalt von 310.000 Euro. In Österreich gibt es beim ORF keine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der Gehälter, die Gagen der ORF-Direktoren gelten aber als allgemein bekannt.

So verdient ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Vernehmen nach im Jahr bis zu 350.000 Euro und damit mehr als die Intendanten der ARD-Anstalten und als die Spitzen der österreichischen Politik: Bundespräsident Heinz Fischer verdient brutto 319.900 Euro im Jahr, Bundeskanzler Werner Faymann 285.600 im Jahr.

Zahlen nicht offiziell bestätigt

Die ORF-Direktoren kommen demnach auf ein Jahresbrutto von etwa 250.000 Euro, die Landesdirektoren verdienen je nach Verweildauer im ORF zwischen 150.000 und 180.000 Euro. Offiziell bestätigt werden diese Zahlen freilich nicht.

"Die Struktur der Entlohnung des ORF-Managements wurde 2002 vom Stiftungsrat auf Basis internationaler Benchmarks festgelegt - daran hat sich bis dato nichts geändert, die Größenordnungen der Gehälter wurden auch immer wieder ausführlich und öffentlich diskutiert und sind allgemein bekannt", heißt es dazu aus dem ORF. "Eine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung, wie jetzt zum Beispiel beim WDR, besteht nicht." Auch unter mehreren ORF-Stiftungsräten war zuletzt zu hören, dass es keinen Grund gebe, an der bestehenden Vorgangsweise etwas zu ändern.

Der Südwestrundfunk-Intendant und ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust bekam 2009 ein Gehalt von 273.000 Euro, sein Kollege Lutz Marmor vom Norddeutschen Rundfunk 286.000 Euro (Jahresgehalt inklusive einer Aufwandsentschädigung).

MDR-Intendant Udo Reiter bekam 2009 ein Jahresgehalt von 276.891 Euro. Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) verdiente 220.000 Euro, der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Fritz Raff, kam auf 210.000 Euro und der Chef der Deutschen Welle, Erik Bettermann, auf 207.000 Euro.

Verdienen mehr als der deutsche Präsident

Radio Bremen erklärte, der Intendant und der Programmdirektor hätten im vergangenen Jahr zusammengerechnet 297.000 Euro verdient. ZDF-Intendant Markus Schächter kommt nach Schätzungen deutscher Medien auf ein Jahressalär von 290.000 Euro.

Damit verdienen sie durchwegs mehr als der deutsche Bundespräsident. Für Horst Köhler wie auch für Christian Wulff liegt das jährliche Grundgehalt bei 199.000 Euro.

 

(APA/Red.)