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TV-Notiz

Verzichtbares „Im Zentrum“: Wer will in dieses Boot?

Nicht alle waren physisch anwesend.
Nicht alle waren physisch anwesend.(c) Screenshot ORF
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Die Solidarität unter den Generationen, der Konflikt „Alt gegen Jung“ war gestern Thema bei „Im Zentrum“. Man hörte dabei wenig bis gar nichts Kluges.

Die Einladungspolitik des ORF gibt nicht selten zu denken. Auch am Sonntagabend haben sich wohl viele gefragt, was der tiefere Grund für die - nennen wir es mal illustre - Mischung an Menschen war, die „Im Zentrum“ über den Generationenkonflikt sprechen sollte. Und über die Frage, ob Corona einen solchen schüren würde. An sich ein spannendes Thema, das vielfach vermieden wird.

Zu Gast waren nun bei der Diskussion über Jung und Alt vor allem Menschen jenseits des Pensionsalters. Etwa eine sehr aufgeregte Chris Lohner, „der Präsident“ Peter Schröcksnadel und Franz Kolland, Generationenforscher mit großväterlichem Gestus. Das ausgestellte Exemplar des jungen Menschen war ein lieber Zivildiener, der 18-jährige Maximilian Werner. Komplettiert wurde die Runde von ORF-Redakteurin Melisa Erkurt, die ein Buch über die bildungsferne migrantische Jugend geschrieben hat. Natürlich hätte man einen von ihnen einladen können, statt darüber zu sprechen, dass sie keine Stimme haben. Aber was würde ein solcher Teenager denn sagen? Vielleicht etwas Unpassendes oder gar Schockierendes? Das überließ man doch lieber Peter Schröcksnadel, dem Präsidenten des Österreichischen Skiverbands. Dafür war er ja wohl auch eingeladen – und er blieb nicht hinter den Erwartungen zurück. Nur vielleicht auf andere Art als gedacht.

Das Problem an Corona sei die Angstmache von Regierung und Medien, sagte er. Man würde bei Corona „sehr, sehr stark übertreiben“. Die Lösung: zusammenhalten und „aufeinander zugehen“ (eine vielleicht nicht ganz durchdachte Formulierung), dann könne „gar nichts passieren“. Mit „ich will gar nicht geschützt werden“, gab er eine Haltung wieder, die sicher viele ältere Menschen teilen, die aber halt auch keine Lösung des Problems ist. Und später in der Sendung: „Die Totenzahlen sind ja nicht so hoch. Wenn ich heute überlege, wie viele an Krebs sterben, an Herzinfarkt sterben, dann ist Corona untergeordnet.“ Woraufhin Moderatorin Claudia Reiterer, sichtbar konsterniert, „es etwas konstruktiver angehen“ wollte.