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Serie auf Netflix: Der Blick ins türkische Wohnzimmer

Meryem fällt immer wieder in Ohnmacht.
Meryem fällt immer wieder in Ohnmacht.(c) Netflix
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Die Serie „Bir Başkadır – Acht Menschen in Istanbul“ zeigt eine gespaltene türkische Gesellschaft aus der Innensicht. Exakt beobachtet, großartig gespielt.

Meryem, eine junge hübsche Frau, sichtlich nicht aus der Oberschicht, sitzt in der Mitte eines Raums auf einem Plastikstuhl. Es ist ihr erster Termin bei der Psychiaterin, sie wurde überwiesen, weil sie immer wieder in Ohnmacht fällt. Lange schweigt sie, dann beginnt sie zögernd, widerwillig, mit Alltäglichem. Die Buslinien draußen, ihre Arbeit als Putzfrau, die richtige Art, Kaffee zu kochen. Das Offensichtliche, das mehr als Meryems Äußeres beschreibt: Sie trägt Kopftuch. Ganz anders ihr Gegenüber am Schreibtisch: Die elitäre Psychiaterin Peri ist perfekt geschminkt, sie trägt ihr Haar zu einem Knoten gebunden, agiert selbstbewusst und professionell. Dass ihre Souveränität gespielt ist, sieht man später in einer gespiegelten Szene. Diesmal sitzt die Ärztin nicht hinter, sondern vor einem Schreibtisch und klagt ihrer Therapeutin ihr Leid. Sie habe Probleme mit dem Fall, mit dem Mädchen: Sie könne das Kopftuch nicht ausblenden – und die damit verbundene Lebensweise. Und ja, sie wisse, das sei Diskriminierung, Marginalisierung.