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Kabinettsbildung

Die Matadore von Joe Bidens Außenpolitik

Anthony Blinken gilt gesetzt als neuer Außenminister der USA.
Anthony Blinken gilt gesetzt als neuer Außenminister der USA.APA/AFP/MANDEL NGAN
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Antony Blinken als Außenminister und Jake Sullivan als Sicherheitsberater sind enge Vertraute des Präsidenten in spe. Eine Überraschung ist John Kerry als Klimabeauftragter.

Washington. Das außenpolitische Team des designierten Präsidenten Joe Biden steht. Die Auserwählten, die am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert wurden, sind alle erfahrene Veteranen auf dem diplomatischen Parkett, die schon in der Obama-Regierung (2009 bis 2017) wichtige Funktionen innegehabt hatten.

Antony Blinken (58). Der langjährige Vertraute Bidens soll der neue Außenminister werden. Als Biden noch Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses im Senat war, diente Blinken ihm als Stabsdirektor. 2008 war er während Bidens erfolgloser Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur dessen Berater, wie er auch im Wahlkampf zu dessen engsten Mitarbeitern zählte. In Bidens Zeit als Vizepräsident diente ihm Blinken eine Zeit lang als Sicherheitsberater, ehe er stellvertretender Außenminister wurde. Blinken gilt als Diplomat bis in die Knochen – abwägend, überaus sachkundig, kein Polterer wie Noch-Außenminister Pompeo.

Jake Sullivan (43) war ebenfalls Sicherheitsberater Bidens während dessen Zeit im Old Executive Office, dem Sitz des Vizepräsidenten. Künftig soll Sullivan als Nationaler Sicherheitsberater unter einem Präsidenten Biden fungieren. Er studierte in Yale und Oxford und hat den Ruf eines Strippenziehers hinter den Kulissen. Er war bei den Geheimverhandlungen dabei, die zum Abschluss des Atomdeals mit dem Iran 2015 führten. Sullivan war enger Mitarbeiter Hillary Clintons während ihrer Zeit als Außenministerin, ehe er in Bidens Team wechselte.

Linda Thomas-Greenfield (68) gilt als Afrika-Kennerin, war US-Botschafterin in Liberia und leitete in der Obama-Regierung die Abteilung für afrikanische Angelegenheiten im State Departement. Nach der Amtsübernahme Donald Trumps gehörte sie zu den ersten Opfern einer republikanischen „Säuberungswelle“ im US-Außenamt. Nun soll sie die neue amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen werden.

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Linda Thomas-GreenfieldAPA/AFP/GETTY IMAGES/MANDEL NGAN

John Kerry (76) gilt als die größte Überraschung im außenpolitischen Team Joe Bidens. Der frühere Außenminister (2013 bis 2017) unter Barack Obama und langjährige Senator für den Bundesstaat Massachusetts soll sich als Sonderbeauftragter künftig um Klimafragen kümmern – ein Thema, dem sich der Biden-Freund in den vergangenen Jahren intensiv gewidmet hat. Auch Österreichs Bundeskanzler, Sebastian Kurz, begrüßte am Montagabend die Ernennung Kerrys.

Ein Zeichen setzt Biden auch mit der Nominierung des Exil-Kubaners Alejandro Mayorkas (60) als Heimatschutzminister. Damit soll erstmals ein Hispano-Amerikaner jenes Ministerium leiten, das unter anderem für Einwanderung zuständig ist. Mit der Ex-CIA-Vizechefin und ehemaligen Biden-Beraterin Avril Haines soll zudem erstmals eine Frau die verschiedenen US-Geheimdienste koordinieren.

FILE PHOTO: Alejandro Mayorkas, U.S. Deputy Secretary of Homeland Security, speaks at the 2015 International Air Transport Association (IATA) Annual General Meeting (AGM) and World Air Transport Summit in Miami Beach, Florida
Alejandor MayorkasREUTERS

Nach Ansicht von Beobachtern in Washington signalisieren diese Ernennungen die radikale Abkehr von der „America first“-Politik unter Trump. Biden hat schon angekündigt, dass er sowohl zum Pariser Klimaschutzabkommen als auch in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückkehren will.

(b.b./Reuters)