Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Pläne

Erleichterungen bei Matura für zweiten Corona-Jahrgang

Symbolbild: Matura in Österreich
Symbolbild: Matura in ÖsterreichAPA/HERBERT NEUBAUER
  • Drucken
  • Kommentieren

Die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeit ist heuer freiwillig. Der Stoff soll reduziert werden.

Die Zeit summiert sich. Im Frühjahr waren die Jugendlichen insgesamt mehr als elf Wochen im Distance Learning (inklusive Osterferien). Im Herbst werden es für die Oberstufenschüler bis zum 7. Dezember, an dem der Präsenzunterricht eigentlich wieder starten soll, sechs Wochen sein (in Salzburg und Tirol zum Teil sogar acht). Dem Maturajahrgang 2021 wird viel Zeit in der Schule fehlen. Deshalb soll es nun auch Erleichterungen bei der Matura geben.

Die Reifeprüfung soll im Frühjahr so spät wie möglich stattfinden. Außerdem wird es diesmal keine verpflichtende Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) geben. Freiwillig kann dies jedoch geschehen. Einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“ bestätigt das Ministerium. Dort wird derzeit auch an einer Reduktion der Stoffgebiete und Themenpools für die mündliche Matura gearbeitet. Details dazu sowie auch zur Durchführung der schriftlichen Matura wird es aber erst in den nächsten Tagen geben.

Petition für eine „Faitura"

Erleichterungen haben zuletzt auch die Schüler selbst eingemahnt. Die Initiative „Faitura“ startete eine entsprechende Petition. Dabei wird unter anderem genau das, was das Ministerium nun offenbar plant, gefordert – nämlich eine Reduktion der Themenkörbe bei der mündlichen Matura auf 70 Prozent und ein Entfall der verpflichtenden Präsentation der VWA. Unterzeichnet haben die Petition bis Dienstagnachmittag insgesamt rund 11.600 Personen.

Die ersten durchgesickerten Details zu einer Erleichterung der Matura hält übrigens auch die AHS-Lehrergewerkschaft für „grundsätzlich gut“. Das sagt Herbert Weiß im Gespräch mit der „Presse“. Angesichts der langen Zeit, die die Maturanten im Distance Learning verbringen mussten, sieht auch er „die Notwendigkeit, dass man da etwas tut“. Dennoch sei es „das falsche Signal“, schon jetzt den Stoff zu reduzieren und die Themen festzulegen. Das müsse zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Immerhin wisse noch niemand, wie viel Zeit die Maturanten noch zu Hause verbringen müssen.

Zur Maturanote zählt Jahresleistung

Schon der Maturajahrgang 2020 war aufgrund des Coronavirus ein besonderer. Damals war die mündliche Matura freiwillig, die schriftliche fand in maximal drei Fächern statt. Zudem wurde für die Maturanote neben jener aus der Klausur auch die Jahresnote der Abschlussklasse herangezogen. Diese Regelung wird, wie der Bildungsminister Anfang des Schuljahres konkretisiert hatte, künftig beibehalten. Steht ein Schüler dann genau zwischen zwei Noten, sticht die Maturanote. Um die Abgabe von leeren Blättern bei der Matura zu vermeiden, muss ein Maturant künftig mindestens 30 Prozent der Maximal-Punkte bei der Klausur erreichen.

Zudem gibt es Neuerungen für die AHS-Mathematikmatura. 2021 bleibt zwar der Grundlagenteil unverändert (24 Aufgaben zu je einem Punkt). Im textlastigeren vertiefenden Teil werden aber nur noch zwölf Punkte vergeben – insgesamt damit 36. Im vertiefenden Teil gibt es dann eine Aufgabe mit vier unabhängig voneinander zu erreichenden Punkten sowie drei Aufgaben mit jeweils vier Punkten. Innerhalb dieser letzten drei Beispiele gibt es dann eine Best-of-Wertung: Nur jene beiden werden benotet, in denen die meisten Punkte erzielt wurden.[QZAIX]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2020)