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Causa „Ischgl“: Nicht alles richtig gemacht

Auch die eigens eingesetzte Experten-Kommission förderte Behörden-Fehler im Umgang mit der Pandemie zutage.
Auch die eigens eingesetzte Experten-Kommission förderte Behörden-Fehler im Umgang mit der Pandemie zutage.APA/EXPA/Johann Groder
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Ein neues Buch zeigt den Tiroler Skiort Ischgl als Corona-Superspreader.

„Die Behörden haben alles richtig gemacht.“ Der oft wiederholte Satz des Tiroler Gesundheitslandesrats Bernhard Tilg (ÖVP) ist nun – in abgewandelter Form – zum Titel eines Buchs über „Ischgl und die Folgen“ geworden. Autor Sebastian Reinfeldt hatte zuletzt als Ischgl-Blogger die Ereignisse dokumentiert.

Während nun darüber diskutiert wird, den Skitourismus bis nach den Weihnachtsferien in einen coronabedingten Tiefschlaf zu versetzen (siehe S 6) erinnert das Buch an eine offene Wunde: an „mehr als 5000 Personen aus der ganze Welt“, die im März durch „Behördenversagen“ in dem Tiroler Skiort geschädigt worden seien.

Zuletzt hatte der Verbraucherschutzverein (VSV) bekannt gegeben, dass bereits Amtshaftungsklagen von Corona-Geschädigten bzw. von deren Hinterbliebenen beim Zivillandesgericht Wien eingebracht worden seien. Auch eine Expertenkommission sieht Behörden-Fehler und meint, das Ausreise-Chaos nach Bekanntgabe der Quarantäne hätte verhindert werden müssen.

Zurück zum Buch: Es liefert eine detailreich recherchierte Chronologie, die mit der Frage „Wie das Virus nach Tirol kommt“ beginnt; der Faden wird dann weiter gesponnen, indem die ersten unbeholfenen, die Realitäten verdrängenden Reaktionen der Behörden und des Tourismus geschildert werden. Und endet mit einer Abhandlung über „Tiroler Verhältnisse“, die auch der „Spur des Geldes“ in eben diesem Bundesland folgt.

(m. s.)