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Kommentar

Jetzt Weiche für Re-Start stellen!

Doris Hummer ist Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich.(c) WKOÖ
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Der Ehrgeiz, immer besser zu sein als andere, ist tief in der DNA der oberösterreichischen Betriebe verankert.

Die Stärke des Wirtschaftsstandorts Oberösterreich resultiert aus der Kraft der oberösterreichischen Wirtschaftstreibenden und ihrer Mitarbeiter. Ihr enormer „Zug zum Tor“ ist ein wichtiges Erfolgsmerkmal. Das stetige Denken über den Tellerrand hinaus macht unser Bundesland zur österreichischen Produktions- und Exportlokomotive. Die Corona-krise wird daran nichts ändern. Denn der Ehrgeiz, immer besser zu sein als andere, ist tief in der DNA der oberösterreichischen Unternehmen verankert.

Nichtsdestotrotz befinden wir uns wohl in der gesellschaftlich und wirtschaftlich herausforderndsten Zeit seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die derzeitige Lage trifft viele heimische Unternehmen hart. Bedingt durch die Restriktionen zur Eindämmung der Infektionszahlen sowie der weltweit schwachen Entwicklung der Wirtschaft rechnet das Wifo für Österreich aktuell mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 7,7 Prozent. Auch für 2021 ist mit + 2,8 Prozent nur eine leichte Entspannung in Sicht.

Neben dem privaten Konsum ist auch ein deutlicher Rückgang bei der Nachfrage nach Investitionsgütern im In- und Ausland zu beobachten. Die heimischen Warenexporte gingen im Zeitraum Jänner bis August 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent zurück, was Oberösterreich als Exportbundesland Nr. 1 besonders hart trifft. Die Arbeitslosigkeit ist seit Ausbruch der Krise landesweit deutlich gestiegen. Ein noch stärkerer Anstieg konnte durch den Einsatz der Kurzarbeit zumindest abgefedert werden. In keinem anderen Bundesland haben Unternehmen so sehr auf Kurzarbeit gesetzt wie in Oberösterreich, womit viele Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Auch wenn wir aktuell wieder mit verschärften Einschränkungen zu kämpfen haben, müssen jetzt die Weichen für einen erfolgreichen Re-Start gestellt werden. Neben mehreren konsum- und investitionsfördernden Maßnahmen auf EU- und Bundesebene begrüßen wir auch besonders das Investitionspaket des Landes Oberösterreich. Der „Oberösterreich Plan“ sieht vor, dass in den nächsten fünf Jahren zusätzliche 1,2 Milliarden Euro vor allem in Forschung, Infrastruktur, Ökotechnologie, Digitalisierung, Wohnbau, Bildung und Beschäftigung fließen sollen.

Auch der WKOÖ-Masterplan wird gezielt für Krisenszenarien adaptiert. Im Klartext werden alle möglichen Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz des Wirtschaftsstandorts noch stärker in den Fokus gerückt.

Oberösterreich hat sich immer durch seinen Zusammenhalt ausgezeichnet. Auch diesmal werden wir diese Tugend brauchen, um schlussendlich stärker, zukunftsfitter und widerstandsfähiger aus der Krise herauszukommen. Das Potenzial ist mit den international wettbewerbsfähigen Unternehmen, ihren fleißigen Mitarbeitern und innovativen Produkten mit Sicherheit vorhanden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2020)