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ÖFB-Cup

Gespielt wie elf Inseln

Altach-Trainer Alex Pastoor (Archivbild).
Altach-Trainer Alex Pastoor (Archivbild).(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Oliver Lerch)
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Bemerkenswerte Worte von Altach-Trainer Alex Pastoor nach dem Aus gegen Viertligist Vienna.

Wien. Das vielleicht schlimmste Spiel seiner Laufbahn als Fußballtrainer hat Altach-Coach Alex Pastoor Mittwochabend erlebt. Der Niederländer musste in Wien mitansehen, wie der Bundesligist beim Viertligisten Vienna 1:2 verlor. Und diese Niederlage kam nicht etwa unglücklich zustande. „Der Gegner hat verdient gewonnen“, sagte der 54-Jährige und war von seiner Elf tief enttäuscht. „Auf Holländisch sagt man, die haben gespielt als elf Inseln. Die waren nie eine Einheit, haben nie einander unterstützt.“

Einmal mehr wurden die eigenen Gesetze des Cup-Formats bemüht. „Es ist ein klassisches Cupspiel geworden, wo der Bundesligist eine skandalöse Leistung geliefert hat, nichts anderes“, sprach Pastoor Klartext. „Alles war wirklich unterklassig, sehr schlecht, skandalös.“

Die Enttäuschung sitze deshalb so tief, „weil die Jungs lassen nicht nur einander im Stich, sondern die lassen auch uns als Trainer und den Verein im Stich“, ärgerte sich Pastoor und wollte die Abgänge von Leistungsträgern wie Christian Gebauer oder Sidney Sam im Sommer nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben genug Spieler, die zusammen gut spielen können. Aber das muss man jedes Mal abrufen. Es ist ein Beruf, 24/7 bist du Sportler. Und ein Spieltag ist der wichtigste Tag in der Woche.“

Dabei sei die Vorbereitung auf das Match gut gewesen. „Das sind super Jungs. Aber ich brauche keine super Jungs, ich brauche Spieler, die bis zum Ende kämpfen. Und kämpfen heißt, gut nachdenken, wissen, was gefordert ist, und das einfach ausführen, so schwierig ist das nicht“, versicherte der Ex-Profi.

Auf die Frage, ob er nun vor dem Bundesliga-Gastspiel am Sonntag beim Lask abgelöst werden könnte, antwortete Pastoor: „Altach ist ein Verein, wo man immer ruhig bleibt, kluge Entscheidungen trifft. Diese Frage wird natürlich immer gestellt. Aber man weiß nie, im Fußball gibt es keine Überraschungen mehr für mich.“ (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2020)