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Tourismus

Auch Langlaufloipen bleiben geschlossen

(c) APA/BARBARA GINDL
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Die Debatte über geschlossene Wintersportgebiete in der EU gewinnt an Fahrt. In Österreich ist Langlaufen verboten, Joggen erlaubt. Die Skigebiete halten an geplanten Saisonstarts vor Weihnachten fest.

Wien. Frankreich, Italien und Deutschland wollen, dass in Europa bis Mitte Jänner kein Skitourismus stattfindet. Das stößt auf Kritik. In Österreich lehnt Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eine länderübergreifende Verschiebung der Saisoneröffnung in Skigebieten ab. Landeschefs in heimischen Wintersport-Bundesländern, so in Salzburg, wollen schon vor Weihnachten einen sicheren Skibetrieb garantieren.

Der „Ski-Lockdown“ treibt indes seltsame Blüten. Auch in Österreich war zuletzt etwa innerhalb der Hotellerie die Stimmung gespalten, was die Wiedereröffnung nach dem aktuellen harten Lockdown anlangt. In den beiden westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg hatte man sich etwa vergangene Woche dafür ausgesprochen, erst Mitte Jänner wieder zu öffnen, um das restliche Wintergeschäft dann komplett mitzunehmen. In anderen Bundesländern will man hingegen jedenfalls am Wochenende vor Weihnachten wieder ins Geschäft kommen.

Informationen von Polit-Insidern zufolge soll die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Konferenz mit den deutschen Ministerpräsidenten wörtlich gesagt haben, es treibe ihr „die Sorgen auf die Stirn“, wenn sie höre, dass Österreich die Skilifte wieder laufen lassen wolle. Das schrieben Schweizer Medien. Deutschland appellierte an die Bürger, touristische Reisen zu unterlassen – insbesondere in Hinblick auf die Skisaison. Und Deutschland will nun ebenso auf EU-Ebene prüfen, ob eine gemeinsame Regelung für ein Skifahrverbot möglich ist.

Einen Aufschrei aus den eigenen Skiregionen gab es nach den Ski-Lockdown-Rufen jedoch auch innerhalb Deutschlands und Italiens: Mit seiner Forderung, wegen Corona europaweit Skigebiete zu schließen, stieß Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf viel Widerspruch – vom Koalitionspartner in Bayern, Tourismusvertretern und vom Nachbarland Österreich. Nach dem ersten Vorstoß von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, Skigebiete mindestens bis zum 10. Jänner geschlossen zu halten, hatte Söder erklärt: „Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall, beziehungsweise kein Urlaub überall.“

Ein Behördenentscheid in Seefeld in Tirol hat es unterdessen zu einiger Prominenz auch in deutschen Medien gebracht. Dort wurde der Betrieb einer Loipe verboten. Der Tourismusverband Seefeld hatte am Freitag seine erste Langlaufloipe in Leutasch eröffnet, nach drei Tagen gab es ein abruptes Ende. Der Loipenbetrieb war unzulässig, wurde von der Bezirkshauptmannschaft beschieden. Die Anlage sei eine Sportstätte. Eine solche darf nach aktuellen Corona-Auflagen in Österreich nicht betreten werden – zumindest von Hobbysportlern. Das ginge nur für Spitzensportler für ihr Training.

Ob Langläufer weiter auf die Loipe dürfen, so wie man auch joggen und wandern dürfe, wird durch den Verband gerade rechtlich geklärt. (apa)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2020)